Dionysos wird zum Gott

Dionysos auf LeopardDionysos hat einen weiten Weg vor sich, ehe er, der Sohn des Zeus, in Griechenland als Gott anerkannt wird.

Kaum erwachsen geworden, schlägt Hera ihn mit Wahnsinn. Zurück in Griechenland bekommt er es mit seiner ehemaligen Familie zu tun.

Pentheus, der neue König in Theben, Sohn der Schwester seiner Mutter Semele, besteht darauf, dass Dionysos im Leib seiner verbrennenden Mutter getötet wurde. Ihn als Gott anzuerkennen, weigert Pentheus sich.


Wahnsinn durch Hera und Heilung durch Kybele

  Dionysos Gott mit Leopard

Erwachsen geworden kehrt Dionysos nach Griechenland zurück. Doch auch jetzt ist Heras Zorn gegen ihn noch immer nicht besänftigt. Sie schlägt den Dionysos mit Wahnsinn, sodass er jahrelang durch diverse Länder Afrikas und Asiens umherirrt.

Näheres ist über seine Irrfahrten im Wahnsinn nicht bekannt, doch ist es gut möglich, dass erst auf diesen Reisen die später für ihn typischen Leoparden seine Begleiter werden.

Schließlich kommt Dionysos an den heiligen Ort - dem Berg Ida auf Kreta.

Die Göttin des Ida-Gebirges, Kybele heilt Dionysos von seinem wahnsinn und weiht ihn in ihren Kult ein.

Nun ist Dionysos erwachsen geworden - vom Wahnsinn geheilt, den er fortan auch bei anderen Menschen auslösen kann: Mania wird dieser Wahnsinn genannt, mit dem Dionysos Menschen straft, die sich gegen ihn wehren oder ihn leugnen.

Soweit die Vorgeschichte, was Dionysos alles lernen muss, ehe er von den Menschen als Gott anerkannt wird. Was schon bis an diesen Punkt der Geschichte des Dionysos auffällt ist, dass Dionysos ein werdender Gott ist.

Werdende Götter wie Dionysos gab es sonst in Griechenland nicht. Einen wahnsinnig werdenden Gott ebenfalls nicht. Und schon gar nicht einen, der stirbt und auf´s Neue geboren wird.

Vermutlich - zeigt sich in den Mythen um Dionysos, dass eine Gegenbewegung zum dominanten Göttergeschlecht angesagt ist. Götter, die nicht einfach ihr Spiel mit den Menschen spielen, sondern die ihr Leben daran setzen, die Menschen von ihren engen Fesseln - durch Ekstase - zu befreien.


Dionysos und König Pentheus (Euripides)

Dionysos Gott im WerdenEs beginnt der Siegeszug des Dionysos durch die Städte Griechenlands. Die Heimatstadt des Dionysos - Theben - ist es, in der denn auch die Handlung der Euripides Tragödie "Die Bakchen" ein.

Vorab - die Bakchen des Euripides sind die erste uns bekannte Tragödie, in der ein Gott als Person auftritt.

Erzählt wird folgendes: Dionysos kommt mit seinem Gefolge in die Stadt Theben - seiner Geburtstadt - als Wanderprediger verkleidet - zurück. Dort herrscht inzwischen nicht mehr Kadmos - der Vater von Semele, sondern dessen Enkel: Pentheus.

Pentheus ist gerade in Begriff, den um sich greifenden Kult des Dionysos ein Ende zu setzen. Er lässt nach dem seltsamen Wanderprediger suchen und zeichnet von Dionysos das Bild eines wild gewordenen Irren. Ihn als Gott - dem Sohn von Zeus - anzuerkennen, weigert er sich.

Jedermann wisse doch, dass Zeus nur deshalb als Vater des toten Kindes seiner Schwester angegeben wurde, um die Buhlschaft seiner Schwester zu vertuschen. Außerdem sei das Kind ja im Leib der Mutter verbrannt.

Pentheus lässt den Wanderprediger fangen, stellt ihn zur Rede und wirft ihn schließlich in den tiefsten Kerker seines Palastes.

Doch während Pentheus noch mit seinem Großvater Kadmos und dem blinden Seher Theresias im Dialog ist, die ihn mahnen, den neuen Gott anzuerkennen, brechen die Mauer des Kerkers ein - und Dionysos steht wieder vor ihm.

Zwar weigert sich Pentheus auch jetzt noch, Dionysos als Gott anzuerkennen. Doch lässt er sich von Dionysos - dem vermeintlichen Wanderprediger, überreden, mit ihm auf den nahegelegenen Berg zu kommen, an dem die geheimen Orgien des Dionysos stattfinden.

Dazu allerdings muss Pentheus sich als Frau verkleiden. Zu den Orgien werden ausschließlich Frauen - die Bakchen (und die Mänaden) zugelassen.

Pentheus klettert mit Hilfe von Dionysos - nahe dem Kultort - auf eine Tannenspitze, um das Geschehen beobachten zu können. Da verschwindet der Wanderprediger und aus der Ferne erklingt eine Stimme (die des Dionysos), die die tanzenden Frauen auf den unerwünschten Zuschauer aufmerksam macht.

Die Frauen - eine von ihnen die Mutter des Pentheus - umringen die Tanne und entwurzeln sie. Pentheus in seiner Not gibt sich seiner Mutter zu erkennen. Doch die ist im Rausch von dem Wahn befallen, das winselnde Etwas vor ihr sei nichts anderes als ein kleiner Löwe. Sie und die anderen Frauen zerreißen Pentheus - im Glauben, ein junges Tier zu zerreißen.

Als die Mutter von Pentheus schließlich - nach Theben zurückgekehrt - von ihrem Wahn erwacht und erkennt, dass sie ihren eigenen Sohn zerrissen hat, stürzt sie in Verzweiflung. Dennoch wird sie - von Dionysos selbst - zum Exil verurteilt und muss Theben verlassen.

In Argos, wohin sich Dionysos anschließend begab, bewies der junge Gott seine Macht auf ähnliche Weise. Er lässt die Töchter des Königs Proitos in Manie verfallen, sodass sie ihre eigenen Kinder verschlingen.


Dionysos und die Piraten

Dionysos Gott / Bacchus PiratenNun, da Dionysos auch in Griechenland als Gott anerkannt ist, im Olymp den Platz der Hestia einnimmt, wird seine erste "Amtshandlung" seine eigene Hochzeit - mit Ariadne - sein.

Ob er Ariadne schon im Sinne als seine künftige Frau gehabt hat, darüber habe ich bisher nichts finden können. Immerhin wäre da das Eingreifen der Athene, die Theseus dazu bringt, seine Braut Ariadne auf Naxos zu verlassen.

Gesetzt den Fall, dass Dionysos zu dieser Zeit schon auf dem Weg nach Naxos war, wäre Athenes Eingreifen schon ein Indiz dafür, dass Ariadne von den Göttern schon als die Gemahlin des jüngsten Gottes der Griechen auserkoren war.

Dionysos schifft sich jedenfalls in Ikaria nach Naxos ein, nicht wissend, dass die Bestatzung des Schiffes aus Piraten bestand.

Diese erkannten den Gott nicht. Sie fesselten ihn und wollten ihn, in Italien oder Asien (das gehen die Quellen auseinander) als Sklaven verkaufen.

Doch Dionysos wusste sich auch dieses Mal zur Wehr zu setzen. Die Fesseln lösten wie von selbst und das Schiff wurde durch Efeu- und Weinranken, die sich um den Mast und die Segel rankten, zum stillstehen gebracht.

Dem nicht genug erzeugte Dionysos auch noch Halluzinationen seiner wilden Tiere. Erschreckt stürzten sich die Piraten samt und sonders ins Meer und wurden zu Delphinen.



 

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Kommentare

Unsterblich

Ariadne wurde doch dann auch unsterblich, oder?

Dionysos und Ariadne

Weiß jemand, warum sich Dionysos Ariadne als Frau ausgesucht hat?????
Er hätte doch eine andere Frau oder eine richtige Göttin nehmen können. Und als Ariadne dann gestorben ist, war er dann wieder alleine?

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