Der Gott der Du bist ... (Homo est Deus)

Homo est Deus: Dionysos - der kommende Gott

Homo est Deus. Mensch ist Gott. Gott ist Mensch. 

Eine starke Behauptung. Die man (mensch) erst mal verdauen muss. Schließlich betrifft es ihn ziemlich direkt. Und fragt, wenn er sich traut, was das alles heißen könnte. Und ob mensch so etwas überhaupt denken darf. 

Wie gehst Du mit Autoritäten um?

Man kann ja denken und sagen über Götter was man will, aber als höchste aller Autoritäten werden sie nun einmal kommuniziert - egal, ob man sie ablehnt oder irgend eine Vorstellung von ihnen hat, sei es

  • ein (christlicher z.B.) Gott,
  • eine große (Wicca) Göttin,
  • Dreigestirn von höchsten Göttern (wie im Hinduismus oder auch bei den alten Ägyptern)
  • oder eine Götterversammlung wie bei den alten Griechen.

Selbst die Chaosmagier, welche Gottheiten im Sinne von höchsten Autoritäten samt und sonders ablehnen, haben allerhöchsten Respekt vor einem - sehr beeindruckenden und mächtigen - Wesen namens Baphomet. 

Götter gelten jenen denen sie Götter sind, als unbestrittene Autoritäten. Die im Zweifelsfall Recht und durchaus das Sagen haben. Und angesichts einer göttlichen Autorität kommt mensch sich - natürlicherweise - unendlich klein und unbedeutend vor.

Der Gott der du bist ... 

Nun, ich habe mich entschlossen, den Willkommensspruch auf der Startseite ein wenig zu verändern.

Bislang stand auf der Startseite das originale Zitat von Joseph Camphell:

Der Gott der der du bist, ist dein sicherster Führer. Wenn du ihn ablehnst, ignorierst oder unterdrückst, wird er zu einem Ungeheuer. Du wirst gejagt von ihm - bei Tag und Nacht - denn niemand kennt dich so gut wie er. (Joseph Campbell)

Jetzt steht dort:

Der Gott der du bist, ist dein sicherster Führer. Wenn Du ihn ablehnst, wird er dich jagen. Denn niemand kennt Dich so gut wie er. Ehrst du ihn, wird er dich liebevoll führen, wie niemand sonst es je könnte.(nach Joseph Campbell)

Der Schwerpunkt in der Formulierung, welche Wirkung es hat, sobald du den Gott, der Du bist, anerkennst, macht es Dir vielleicht leichter, die unerhörte Behauptung von Joseph Camphell anzunehmen: Der Gott, der du bist ... 

Eine Behauptung, die nicht er erfunden hat. Die Idee: Homo est Deus. (Mensch ist Gott), taucht schon in der Blütezeit der Antike auf. Bei den frühchristlichen Gnostikern oder - in philosophischer Form - im klassischen Athen: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. 

Göttliche Autorität - in dir selbst

Leicht ist es deshalb noch nicht, sich selbst als Gott anzuerkennen. Doch hilft auch hier üben - wenn du erst einmal Mut geschöpft hast. 

Oder - um auf die Autorität von Göttern zurück zu kommen: 

Du kannst testen, wie es sich anfühlt, wenn Du Autoritäten nicht irgendwo da draußen suchst oder abzulehnst, sondern erstmal in Dir selbst. Meist werden die da draußen dann auch umgänglicher. 

Ein zugleich warnender und ermutigender Gedanke.

  • Warnend: Wer zu Lügen, Verachtung oder Gewalt neigt, kurz: den Verlockungen des schnellen Erfolgs erliegt - sieht, fühlt oder hört den Gott nicht, der er selbst ja ist. In sich nicht und vor sich nicht. Er sieht, hört, wittert - andere Wesen. Solche, die lügen wie er, töten wie er, trauern, verzagen, klagen.
  • Ermutigend: Wer seine Sinne offen hält für das was er selbst denkt und fühlt und empfindet, wächst. Wird klar im Kopf, mächtig im Handeln, glücklich an Leib und Seele. Und entdeckt - nach und nach - Götter um sich herum. Solche wie er - Verbündete. 

Göttliche Vor-Bilder: Dionysos, Amor & Psyche

Dionysos. Die Gestalt, welche sich am Anfang dieses Artikels im Segeln übt, ist Dionysos - der griechische Gott des Weines und der Ekstase. Schon bei den Griechen ist Dionysos ein ankommender Gott, ein Gott, der erst zu einem Gott wurde im Laufe seines Lebens und zuvor ein Mensch war, ein Gott, der den Tod erlebte und wieder kam, neu geboren wurde. Eine Ausnahme, die einzige Ausnahme dieser Art bei den alten Griechen. 

Grund genug für Nietzsche, der Professor für Altphilologie war und seine Griechen aus dem F.F. kannte, Dionysos als modernen Gott zu beschreiben und sich schließlich selbst mit Dionysos zu identifizieren.

Nein, kein Größenwahn (zumindest nicht nur), wie dann über ihn die Rede ging. Denn Nietzsche war keinesfalls der Meinung, dass er allein dieser Gott, dass nur er Dionysos sei. Sondern sein "Ich bin Dionysos" war für ihn die Aufforderung an die Menschen, sich mit Dionysos als gerade werdenden Gott zu identifizieren. Dionysos in Märchen der Antike

Update:
Amor und Psyche
. Das Märchen von Amor und Psyche stammt aus dem antiken Rom und erzählt die Geschichte von einer wunderschönen Königstochter - Psyche und ihrem Geliebten - Gott Amor persönlich. Amor wird in diesem Märchen ganz anders beschrieben als noch in Griechenland.

Zu Zeiten der griechischen Antike war sein Name Eros. Er wurde zunächst als kosmische Urkraft und eine der ersten Götter überhaupt beschrieben. Später wurde er zum kleinen verspielten ewig kindlichen und oft ungezogenen Sohn der Göttin Aphrodite. In der Form auch die heute noch bekannteste Gestalt von Eros. 

Nun aber - bei Apuleius zur Zeit der römischen Antike, mehr als 500 Jahre später  - wird der Liebesgott Amor genannt und reift zum Manne, indem er sich selbst verliebt und das in eine menschliche Frau - und schöner so heißt es im Märchen von Apuleius gar als Aphrodite, die jetzt Venus heißt. 

Venus, die schönste schlechthin, macht sich also Sorgen, ob diese schöne Königstochter Psyche ihr nicht den Rang "Der Allerschönsten" ablaufen könnte. Zur Strafe für ihren Frevel wider die Göttin Aphrodite musste denn Psyche ein Ungeheuer heiraten. 

Doch starb Psyche nicht vor lauter Schreck und Entsetzen, sondern teilte Nacht für Nacht ihr Bett mit diesem - vermeintlichen - Ungeheuer.

Bis sie erkannte, wer dieses Ungeheuer wirklich war: Amor selbst, der sich in die schöne und mutige Psyche verliebt hatte.

Und damit beginnt erst ihre Heldenreise. Und die seine. Ein lesenswertes Märchen für männliche wie weibliche Helden ;-) 

Und so etwas wie das Ur-Märchen überhaupt. Kürzlich hat mich eine Leserin drauf aufmerksam gemacht, dass Amor und Psyche sich auch sehr hübsch nacherzählen lässt. Ein Online Fortsetzungs-Roman, der euch vielleicht auch gefallen könnte. Gerade für diejenigen, die das Märchen von der heldenhaften Psyche kennen, ist diese Neufassung interessant, das sie an so manchen Stellen andere Lösungen findet als Apuleius. 

Bildquellen: 
@ amazon.de

6.83333
Average: 6.8 (6 votes)

Kommentare

Der Gott der Du bist

ich kann dazu nur sagen:JA...
Ja,zu dem GOTT der DU BIST!
Denn SELBST der BUCHTSABEN JHWH wird oft mit ICH BIN,DAS ICH BIN aber auch iCH BIN,DER ICH BIN übersetzt,was bedeuten sollte.ES IST das ICH aus dir SELBST was da spricht und ICH BIN DA...
Da die Grammtik für viele Übersetzer wichitger ist,als die Bedeutung die dahinter steht,wurde durch die Grammtik,das Wort in seine Bedeutung verbogen,dass der ,,kleine MENSCH" es nicht mehr verstehn konnte,was eigentlich oder wer eigentlich gemeint war usw...
Selbst ADAM bedeutet nur MENSCH,aber auch ,,MANN",aber MANN in der Bedeutung eines Verbes und zwar denken/d und EVA,wenn man bei Frau bleiben würde,dann als Verb fühlend!
Erst wenn der MENSCH anfängt selbst zu denken und selbst auch Fragen stellen kann,beginnt er als lebende Seele zu leben.also bewegt sich im Göttlichen (PARA DIES= bei/mit GOTT)...Da die Masse aber Angst hat,diese Gööttlichkeit an zunehmen kämpft er nicht nur gegen dei Welt,sondern viel gegen sich SELBST und ist somit ein,,ANTICHRIST"-wenn diesen Kampf dann beendet hat,wird er zu einem CHRIST-TUS(TUS= GOTT von DUIS) und Christ wäre eine KRONE von vielen KRONE der SCHÖPFUNG,die um uns herum in seiner Vollständigkeit vorhanden ist....glaubst auch du meinen Ausführungen nicht -was du nicht mußt,frde dann mal HIER und JETZT,mal deinen GOTT an den glaubst zum ,,wer oder wo bist du?" ,,das GANZE bITTTTTTTTTTE auf ZIMMERLAUTSTÄRKE und sei dir bewußt,was danach kommt,ist wie FREUDE schöner GOTTERFUNKEN"....

Neueste Kommentare