Die Wünsche - Erfüller

Die Wünsche-ErfüllerWünsche haben ist nicht schwer, Wünsche erfüllen, manchmal sehr. Besonders wenn man ein himmlisches Komitee für das Erfüllen von Wünschen ist.

Wie immer einige Tage vor Weihnacht, war Hochbetrieb in der Organisationsabteilung des himmlischen Komitees für Geschenkwesen. Riesige Körbe voll Fax-Ausdrucke, endlose E-Mail und Tische voller Briefe hielten die vielen Mitarbeiter in Trab. Selbst die vielen kurzfristig eingestellten Hilfskräfte konnten die Wunschanstürmen kaum bewältigen helfen. Die haben seit vielen Jahren zugenommen, seit es im Wirtschaftswachstum üblich geworden war, zu Weihnachten anderen etwas zu schenken. Oft war es das Verkehrte. Nach den Feiertagen waren die Mülltonnen überfüllt von altem und neuen und Verkäufer endlos mit Umtauschaktionen beschäftigt.

Dies alles hatte zur Einrichtung einer Abteilung "Geschenkwesen" geführt. Man hatte ein Büro einrichten lassen und von hier aus die Bestellungen besser koordiniert. In manchen
Kaufhäusern ist man bereits dazu übergegangen Geschenkgutscheine auszustellen. Auch das hatte sich auch als sinnlos erwiesen, da im Zeitalter des Nach-Industrialisierung immer häufiger Wünsche nach "inneren Werten" beim Wünschbüro ankamen. Im Komitee für Geschenkwesen gab es deshalb eine Konferenz.

"Schau her, ich hab schon wieder einen!" Freudestrahlend zog Gabi einen Wunschzettel raus:
"Ich wünsche mir Zuwendung und möchte zwei Küsse" las sie lachend vor. "Geh doch hin und erfülle ihm den Wunsch", meinte ihr Kollege lachend. Rot geworden wandte sich Gabi aber wieder eifrig ihrer Sortierarbeit zu.

Es tönte die Glocke. Auf zur Besprechung! "Da können wir in Ruhe wenigstens die guten Plätzchen und einen leckeren Tee umsonst genießen”, meinte Mumli. "Du mit Deiner Schleckerei! und wir haben dann dauernd die Krümel überall!" Jeder hatte seine vorsortierten Wunschzettel dabei, nach Sachgebiet geordnet, als sie gemeinsam in den Konferenzraum marschierten. Das Thema der Besprechung war, wie das Wunschwesen besser organisiert werden könnte.

Der Abteilungsleiter begann mit dem Referat:

Meine lieben Kolleginnen und Kollegen!
Wir sind hier engagiert worden um die bisherigen und neu eingehenden Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Bisher hat sich häufig die Schwierigkeit ergeben, dass Menschen Wünsche stellten und mit der Erfüllung der Wünsche nicht zufrieden waren!

"Das ist ein furchtbarer Missstand!" tönte er laut. Wir machen uns jedes Jahr mehr Arbeit, erfüllen prompt die Wünsche - und alles geht daneben, weil keiner glücklich ist! Ein Wunsch muss doch glücklich machen! Der Motor eines jeden Wunsches ist die Sehnsucht. Wird sie erfüllt, kehrt Ruhe ein - und sobald es der richtige Wunsch war, macht es den Menschen glücklich! Normal ist das so und dies hält alles lebendig. Aber derzeit ist es verdreht: Die Menschen haben eine Menge Dinge und sind doch nicht glücklich!

Das Sonderkommitee der himmlischen Wirtschaft hat bereits Revisoren in unsere Abteilungengeschickt, da viele Klagen über Depressionen vom medizinischen Personal gemeldet wurden. Man vermutete, dass wir unsere Arbeit nicht korrekt erledigen! Das ist glaube ich nicht der Fall. Wir machen unser Bestes!

Zustimmendes Gemurmel und Faustrommeln auf die Tische war im ganzen Saal.

"Aber wenn die falschen Wünsche kommen?" führte der Vorsitzende fort, dann müssen andere Instruktionen erfolgen! Ich habe daher der Revisionsabteilung, die sonst für die Spionageabwehr tätig ist, den Auftrag zur Beobachtung unseres Klientels gegeben. Schließlich ist das Glücklichsein das wichtigste Ziel des Volkes und es Vorrang vor Kriegsambitionen!

Herr Sputnik, bitte beamen Sie das Verhalten der Familie Hamster in Streitheim für unsere Zuschauer auf die Leinwand. Herr Sputnik verneigte sich kurz vor den Versammelten, ergriff sein schon vorbereitetes Laptop und startete den Film.

Wünsche Erfüller

 

 

 

Weiter Kapitel 2: Wunschliste

 

 


 

10
Average: 10 (2 votes)

Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Kommentare