Haiku als Methode, ein Orakel zu verstehen

Ein guter Einstieg, um herauszufinden, was eine Karte dir sagen will: Ein Haiku dichten. Keine Sorge, du brauchst Reime noch Versmaß. Alles was du brauchst ist: Beschreiben was du siehst und Silben zählen.

Tod ist nicht das Gegenteil von Leben, sondern ...?
Tod ist nicht das Gegenteil von Leben, sondern …?

Inspirations-Modus

  • Schreib dir das Thema auf, das dich gerade beschäftigt. Stichwort reicht – z.B. Mein Herzenswunsch
  • Ziehe eine Karte und erzähle, was du da siehst. Und hören … wie fühlt sich das an? Was passiert da gerade, vielleicht bewegt sich das, was dich interessiert gerade ?
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Haiku als Methode, ein Orakel zu verstehen – die Spielregeln

  • Ein Haiku zu ersinnen „zwingt“ dich zum Verdichten.
  • Beim Orakeln erleichtern die Spielregeln eines Haiku dir zudem, deiner Wahrnehmung so aufmerksam, konkret und fein wie nur möglich zu folgen statt nach allgemeinen -> nachlesbaren Wahrheiten zu suchen:
  • An für unsere Zwecke relevanten Spielregeln für ein Haiku gibt es nur zwei:
    1. Spüre, was DU sinnlich wahrnimmst, was du siehst, hörst, spürst, und zwar: was für dich wichtig, interessant ist. (nicht verallgemeinern)
    2. Beschreibe was du siehst in drei Zeilen von jeweils 5 – 7 Silben. (nicht 4, nicht 6, nicht 8, sondern 5 oder 7)

Haiku 5 – 7 – 5 Silben + Titel

  • Schau auf die Karte und beschreibe, was du siehst, spürst mit nur 5 Silben.
  • Dann drehst du Karte um und erzählst, so wie auf der Vorderseite, was du siehst. Und zwar mit 7 Silben.
  • Wandere zwischen Vorderseite und Rückseite und frage dich: Was ist da noch? – Auf beiden Seiten – vielleicht ähnlich, vielleicht ganz verschieden.
  • Beschreibe wieder, was du, dieses Mal auf beiden Karten, siehst. Beschreibe es in 5 Silben.
  • Zum Abschluss: Lies dir die drei Zeilen deines Haiku durch und finde einen Titel für dein Haiku.

Beispiel (Erfolg mit Dai-O)

Karte 20: https://www.die-goetter.de/die-orakelkarte-tod

  • Der Eisvogel wacht.
  • Das Küken schützt die Tiefe.
  • Wie fühlt sie sich an?

    Titel: Tiefe erspüren

Fertig ist dein Haiku

Schau dir dein Haiku an.
Kann gut sein, dass dir direkt ein Licht aufgeht.
Die ersten beiden Zeilen beschreiben, was du, und zwar gerade, siehst. Das worauf du, mit deinem Thema zwar nicht bewusst, aber doch im Hinterkopf, achtest.
Mit der dritten Zeile des Haiku beschreibst du zwar auch, aber, da du zwei Bilder beschreibst, wirst du verallgemeinern und bekommst wahrscheinlich schon eine Ahnung davon – was du in der Karte als Antwort auf deine Frage entdeckt hast.
Und mit dem Titel bringst du deine Einsicht auf den Punkt.

Für den Fall, dass nicht, checke nochmal, ob deine ersten beiden Zeilen wirklich beschreiben, was du mit all deinen Sinnen siehst und spürst. Das ist zwar ganz einfach, aber für viele erstmal ungewohnt, da sofort deuten und bewerten im stressigen Alltag normal ist.

Quellen: