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Reinkarnation – nicht nur im Hinduismus wichtig

Taj Mahal in Indien
Taj Mahal in Indien

Reinkarnation bedeutet so viel wie „Zurück ins Fleisch“ und ist für den Hinduismus eine der zentralen Leitideen. Doch nicht nur im Hinduismus und den anderen Religionen Asiens ist das Thema Reinkarnation wichtig.

Seitdem das Christentum in den modernen Industriestaaten nach und nach an Bedeutung verliert, interessieren sich auch in Europa viele Menschen für die Idee der Reinkarnation.

Worum geht es bei dieser Idee und welche Möglichkeiten eröffnet bzw. verschließt sie für uns Menschen? 

Reinkarnation im Hinduismus und Buddhismus

Die Idee der Reinkarnation ist vor allem in den asiatischen Kulturen ein zentrales Element des Glaubens. Sie geht von der Grundannahme aus, dass Menschen (wie auch Tiere und Pflanzen) nicht etwa Seelen haben, die sie verlieren könnten, sondern Seelen sind. Als solche müssen sie je nachdem, welche Lernaufgabe bzw Karma (Folgen der bisherigen Leben) sei haben, einen bestimmten Körper als zeitweises Zu Hause bewohnen, um in diesem Körper die Erfahrung zu machen, die ihnen fehlt bzw. die sie für ihre Weiterentwicklung brauchen. 

Indischer Gott Indra
Indischer Gott Indra

Der Körper eines Menschen ist demnach nicht die Essenz (das Wesen) eines Menschen, sondern die Seele (bzw. die Unendlichkeit der Psyche) ist es, die – für eine Zeit – in einer physischen Hülle wohnt. Die Seele verlässt beim Tod den sterbenden Körper und kehrt dann in die Welt der Ideen, manchmal auch als geistige Ebene bezeichnet, zurück.

Die Seele wird im Hinduismus also für unsterblich gehalten. Zugleich sind die Wahlmöglichkeiten bzw. die Entscheidungsfreiheit, wann und in was für einem Körper die Seele in ihrer nächsten Inkarnation wohnen muss, als ziemlich begrenzt gedacht. 

Ähnlich wie im Christentum kann man durch ein regelkonformes, frommes Leben beeinflussen, wie es danach weitergeht. Im Hinduismus heißt das: In der aktuellen Inkarnation seine Aufgabe möglichst gut und klaglos und vor allem der eigenen Kaste  bzw. dem eigenen Karma entsprechend zu erfüllen.

Der Lohn, so die Hoffnung, wird dann sein, dass man im nächsten Leben aufsteigt – eine Kaste, eine Bewusstseinsstufe höher, viel mehr ist nicht drin. Aber, und auch das ist im Hinduismus und noch deutlicher im Buddhismus eng verbunden mit der Idee der Reinkarnation: 

Alles Leben, also auch jede neue Reinkarnation, ist Leid. Denn das Ziel all dieser Reinkarnationen ist es, irgendwann einmal aus dem Rad der ewigen Reinkarnationen aussteigen zu können, da man sein Ego mit all seinen Anhaftungen vollständig aufgelöst hat. Dann ist man endlich am Ziel: Auflösung der Individualität (des Ego) im Nirvana.

Allerdings kann es auch, zumindest nach einigen Glaubensystemen des Hinduismus, passieren, dass ein Lebewesen, so auch ein Mensch, in der nächsten Inkarnation eine (oder gar mehrere) Bewusstseinsstufe herunter fällt. Diese Vorstellung ist für viele gläubige Hindus und Buddhisten mit großer Angst verbunden. 

  • Reinkarnation eröffnet: Der Mensch ist Seele, die von Inkarnation zu Inkarnation Anhaftungen an die Materie loslassen lernen muss. 
  • Reinkarnation verschließt: Der Mensch entwickelt sich nicht in Richtung individueller Einzigartigkeit, sondern muss gerade darauf verzichten. 

Das Thema Reinkarnation in westlichen Kulturen – Judentum, Christentum, Islam

Kabbalistische Baum des LebensIn der Gnosis des Frühchristentums wie auch im kabbalistisch geprägten Judentums spielt das Thema Reinkarnation eine wichtige Rolle. Ziel der wiederholten Inkarnationen einer Seele ist in diesen Glaubenssystemen aber nicht die Auflösung im allumfassenden Nichts (Nirvana), sondern die Verschmelzung / Identifizierung mit dem Göttlichen.

Bis dahin geht es ums Lernen. Gnosis zum Beispiel bedeutet Erkennen. Gnosis und Judentum sind also sehr stark auf Erkenntnis der Zusammenhänge dieser Welt ausgerichtet, sich selbst als deren Spiegel einbegriffen. Für die Kabbalisten ist der Baum des Lebens das zentrale Muster, mit deren Hilfe sie all diese Entwicklungsstufen eines Menschen zur höchsten Erkenntnis (Gottes) genau, aber für das normal menschliche Verständnis sehr verschlüsselt beschreiben. Das Bild rechts zeigt den Baum des Lebens mit hebräischen Schriftzeichen. 

Ganz anders in den Hauptströmungen des Christentums und des Islam. Die Idee von immer neuen Körpern für dieselbe wachsende Seele wird von Christen und Islamisten kategorisch abgelehnt. Denn: Die zentrale Instanz der Christen ist weder der Mensch (wie in der Gnosis) noch die Welt als Ganze (wie im Hinduismus), sondern ein allmächtiger, allgütiger Gott, der alles im Blick hat und so je nach Gnade oder eben nicht darüber entscheidet, wie es nach dem Leben eines Menschen, der auf Erden wandelte, weiter geht. Ein Freund von mir beschrieb es mal so: Alle müssen an Gottes Schreibtisch vorbei. 

  • Reinkarnation eröffnet: Der Mensch kann sich im Laufe seiner Inkarnationen zu einem gottähnlichen Wesen entwickeln. 
  • Reinkarnation verschließt: Die Wahrscheinlichkeit, dass er das schafft, ist gering, da sie auf individuelle Erkenntnis und Einsicht angewiesen ist und von den Hauptreligionen abgelehnt wird.

Das Thema Reinkarnation bei Blavatsky, Steiner, Crowley und Seth 

Neuzeitliche Vertreter der Reinkarnationslehre haben auf verschiedenen Wegen östliche spirituelle Lehren und gnostische bzw. kabbalistisches Geheimwissen miteinander verbunden. Ihr Ziel ist – ähnlich wie das der Gnostiker und Kabbalisten – eine ständige Weiterentwicklung der menschlichen Seele zu befördern. Aber – und hier nehmen sie Anleihen aus dem Hinduismus und Buddhismus – dieses Geheimwissen ins praktisch Realisierbare zu übersetzen. Crowley-Tarot

  • Helena Blavatzky, vor fast 150 Jahren nun schon, war die erste, welche die Reinkarnationslehren des Hinduismus mit der typisch europäischen Idee individueller Freiheit und Entwicklung verbunden hatte. Ihr folgte, im deutschsprachigen Raum, der Theosoph Rudolf Steiner. 
  • Aleister Crowley, vor gut 100 Jahren, channelte das Liber L vel Legis, welches den Weg des Menschen zur Erlangung seiner einzigartigen Göttlichkeit aufzeigt. Außerdem knüpfte er an die jüdische Tradition der kabbalistischen Geheimlehre an, indem er ein eigenes Tarot-System entwarf – das sogenannte Crowley-Tarot
  • Seth, vor etwa 50 Jahren, ist der Name einer diskarnierten Wesenheit, welche vielen Menschen durch die amerikanische Schriftstellerin Jane Roberts bekannt ist. Sehr eindrucksvoll beschreibt Seth unter anderem einige seiner eigenen sehr verschiedenen Inkarnationen, um zu zeigen, zu welchem Zweck er sich gerade für diese Inkarnationen entschieden hatte. 

Eine der wichtigsten Neuerungen geben über den traditionellen Beschreibungen der Reinkarnation dürfte es sein, dass Menschen nicht auf Gedeih und Verderb immer wieder reinkarnieren müssen, sondern dies – in den Zwischenzeiten – selbst entscheiden können. Und das Ziel all des Lernens ist denn auch nicht die Auflösung der Seele, sondern deren – unendliches – Wachstum. Das Ego wird folglich nicht zerstört, sondern es erkennt seine eigene Beschränkung angesichts seines eigenen viel umfassenderen, komplexeren und höchst einzigartigen göttlichen Selbst. 

Das allerdings hat zur Folge, dass Seelen mit ihren Entscheidungen fehl gehen können. Oder auch, dass eine Inkarnation die letzte sein kann – nämlich dann, wenn eine menschliche Seele sich selbst zerstört. Insbesondere durch Ignoranz sich selbst gegenüber, was immer auch zur Folge hat: gegenüber dem Ganzen der Welt. 

Bestimmt ist es nicht übertrieben zu sagen, dass solcherart Ignoranz heutzutage, vor allem in den westlichen Industrieländern, ganz normaler Alltag ist. Meist bestimmen Alltagsstress und Hektik unseren Tagesablauf und wir vergessen die wirklich wichtigen Themen.

Vielleicht arbeiten ja auch Sie noch immer in einem Job, wo Ihre Fähigkeiten nicht gewürdigt werden. Oder haben Sie Probleme in Ihren Beziehungen, die immer nach den gleichen Mustern ablaufen? Oder es fällt Ihnen morgens manchmal schwer, in de Spiegel zu blicken? Lernen Sie aus Ihren früheren Leben und Erfahrungen. So können Sie verschiedene Muster und Blockaden durchbrechen.

Den Sinn der aktuellen Reinkarnation verstehen

Wenn Sie mehr über das Thema Reinkarnation erfahren wollen, gibt es heutzutage viele Möglichkeiten und zahlreiche Methoden wie Reinkarnationstherapie, Seelenwegsaufstellung oder Reiki.

Auch mit Hilfe von Kartensets, Astrologie und wer sich damit auskennt nach wie vor sehr brauchbar: Kabbalah lässt sich erschließen, welche Lernaufgaben sich ein Mensch für die gerade aktuelle Inkarnation vorgenommen hat.

Die spirituelle Lebensberatung von Vivado kann zum Beispiel dabei helfen, alte Muster und Blockaden, die Sie aus früheren Leben mit sich schleppen, aufzulösen. Oder welche Bereiche in Ihrem Leben zu klären sind und wo Sie durch Blockaden oder unbewusste Traumata eingeschränkt werden.

In den geistigen Welten gibt es kein Gestern oder Morgen, es zählt nur der gegenwärtige Moment. Daher haben Sie jederzeit die Möglichkeit, sich vom alten Ballast aus früheren Leben zu trennen und ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Oder wie Seth es ausdrückt: Ihr schafft die euch bekannte Welt. 

Reinkarnation – Entwicklung der Seele

Reinkarnation, auch das das „Wieder-auf-die-Erde-zurückkommen“ einer Seele wird auch als Wiedergeburt bezeichnet. Ein einzelnes Leben in diesem Kreislauf bezeichnet man als Inkarnation. Wenn Sie sich der Reinkarnation bewusst werden und Ihr Karma, die Selbstverantwortung für sich selbst und Ihre Entscheidungen annehmen, wandeln Sie sich nach und nach zu einem Menschen, der in sich ruht, weiß was er will und selbstbewusst seinen Weg geht.

Durch all die Zeiten und Räume, für die er sich entschieden hat. Und ganz irdisch, jetzt: Indem Sie die Bedeutung Ihrer Reinkarnation und Ihrer Lernaufgaben verstehen, können Sie Ihr aktuelles Leben selbst auf das ausrichten, was Sie in diesem Leben am Ende gelernt haben wollen. Von allein passiert das nicht. Das zu glauben wäre ein kindlich naiver Irrtum. Nein, Sie müssen dafür eine ganze Menge tun. 

Indem Sie verschiedene Lernaufgaben aus früheren Leben erkennen, erlernen Sie, Ihrem Leben (wieder) eine Richtung zu geben oder zumindest erst einmal wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu müssen Sie die Chance ihrer gegenwärtigen Inkarnation wahrnehmen und herausfinden, wie Sie sich zum Beispiel mithilfe einer Seelenwegsaufstellung positiv weiterentwickeln können.

So können Sie Schritt für Schritt lernen, mit der Freiheit, die Ihnen als Mensch in die Wiege gelegt ist, umgehen zu können. Sie besteht eben nicht darin, willkürlich dies oder jenes zu tun, ohne mit den Konsequenzen Ihrer Taten rechnen zu müssen. Sondern man kann´s vielleicht so auf den Punkt bringen: Sie haben es in der Hand, Ihr Leben in jedem Moment umzugestalten.

Bildquellen: 
© Klaus Eggert /Fotocommunity.com / Thomas Nolte  / amazon.de

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