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Inanna erzählt Enki & Timoto über die abwesende Göttin Athene
Enki, Inanna & Timoto unterhalten sich über die abwesende Göttin Athene und deren Medusa.
Enki und Enlil, zwei uralte sumerische Götter.
Sie wissen inzwischen, dass sie von den Menschen erschaffen wurden, die Menschen zu erschaffen - und zu zerstören.
Glücklich sind sie mit ihren Rollen nicht. Und suchen nach Auswegen.
Summery der bisherigen Geschichte:
Enki und Enlil treffen sich als Enlil von seiner jüngsten Inkarnation zurückkehrt.
Enlil ist nicht zufrieden mit seinem Job. Und beklagt sich bei Enki über die Beschränktheit der Menschen. Sie sei bei jedem anders. So fragt Enki nach Beispielen - nach Menschen, die er sich vorstellen kann. Enlil erzählt von Timoto, der denn auch persönlich erscheint.
Timoto verschwindet
Enlil schläft ein.
Enki und Inanna allein.




Enki
Wohl ist´s mir ja nicht, mit dir allein zu sein. Hast du die beiden weggeschickt?
Inanna
Opa Enlil brauchen wir erstmal nicht. Er ist eh mit sich beschäftigt. Timoto aber hätte ich gern hier. Er ist wohl für heute aufgewacht. Könnt mir denken, er kommt bald wieder.
Enki
Wollen wir nicht auf ihn warten?
Inanna
Ich könnte dir solange von Athene erzählen. Die Schlange interessiert dich doch noch?
Enki
Athene und Schlange - wie passt das? Ist sie nicht Jungfrau geblieben?
Inanna
Bis heute soviel ich weiß.
Enki
Wo lebt sie gerade? In Griechenland noch immer?
Inanna
In den Herzen der Menschen, ja. Die Griechen sind immernoch stolz auf Athene. Doch wünscht auch Athene sich sehr inzwischen, eine andere zu werden.
Enki
Sie ist mir sehr fremd, diese stolze Göttin, doch hat sie wohl viel für die Menschen getan. Erzähl denn. Athene und Schlange - das ist mir ein Rätsel.
Inanna
Weißt du noch, wie Athene war als sie noch eins mit Medusa war?
Enki
Wenn du so fragst, Kind, war sie dir wohl ähnlich.
Inanna
Nicht nur das. Sie war sozusagen ich - die griechische Inanna. Stolz wie ich, schön wie ich, verführerisch und streng, geradlinig und klug. Mit Schlangen als ihren nächsten Vertrauten - wie ich. Nur Löwen hatte Athene nie bei sich. Was wohl an Griechenland liegt. Dafür Pferde - die wilden Tiere der Griechen.
Enki
Auch so selbstherrlich und machtversessen wie wie du?
Inanna
Selbstherrlich, machthungrig - ich? Du meinst wegen Gilgamesch?
Enki
Vergiss meinen Sohn nicht, Dumuzi. Du hast ihm übel mitgespielt. Das hat nicht erst Gilgamesch argwöhnisch gemacht gegen dich und gegen uns Götter. Wärst du dem Dumuzi die Frau gewesen, die er, mein Sohn, verdient hat, wär manches anders gekommen. Wer weiß, vielleicht stünde sogar unser Tempel noch, den die Griechen uns eingestürzt haben.
Inanna
Lass Enki, lass diese alten Geschichten. Dumuzi ist nicht unglücklicher als wir. Ich möcht dir wirklich gern von Athene erzählen.
Enki
Wie hat sie die Schlangen verloren - ist sie vielleicht gar mir an Schicksal ähnlich?
Inanna
Schicksal - Enki, ich bitte dich. Nein, im Ernst, sie ist dir nicht ähnlich. Sie hat ihre Schlangen nicht vergessen. Oder vielleicht dann doch auch. Doch zuerst hat sie die Schlangen getötet.
Enki
Sie hat sich kastriert?
Inanna
Genau das. Sie hat Medusa getötet. Ihre nächste, ihr dunkles Ebenbild. So klug und so weitsichtig wie sie. Doch alles andre als Jungfrau. Geliebte von vielen Männern und Göttern - so auch von Poseidon.
Enki
Damit sie die Makellose, die Schützende, die weise Jungfrau wird? Was war ihr so wichtig daran?
Inanna
Die Griechen, die Athener zumal, haben sie so gewollt. Da musste Medusa zum Schlangenmonster werden und sterben. Und Athenes Mutter ja auch.
Enki
Dann ist Athene gar keine Jungfrau?
Inanna
Sozusagen nicht, nein. Sie hat sich als solche erklärt. Und musste umso argwöhnischer sein.
Enki
Was ihr heute leid tut?
Inanna
Leid tut? Kann sein, sie leidet jedenfalls. Will Medusa wieder haben und rück-verwandeln.
Enki
Was sie nicht kann, nehm ich an.
Inanna
Natürlich nicht. Die Menschen könnten es vielleicht. Wenn sie es wollten. Ein Gott, so ein Gott wie wir zwei jedenfalls und Athene auch, kann das nicht.
Enki
Die Menschen?
Inanna
Das haben sie schließlich immer wieder getan. Uns umgedichtet. Sie sind die Künstler, wir die Geschöpfe.
Enki
Du wurstelst wieder, wie gewohnt, als wenn Timoto uns nicht grad "erleuchtet" hätte - oder warst du das nicht?
Ich, was ich Enki, ein Schöpfergott bin, versteh zwar nicht schnell, aber wenn ich was verstehe, dann fühl ich´s auch und das habe ich verstanden.
Timoto
Was ist, wer ruft mich da?
Enki
Timoto - ich hab´s gehofft. Du bist hier - bei uns - Enki und Inanna.
Timoto
Die alten Götter, die sich sorgen um ihre Existenz - ich erinnere mich vage. Ich hab zu tun, hab keine Zeit. Tut mir leid. Werd gebraucht grad dringend.
Enki
Timoto - wie war das, was können wir tun, um selber Schöpfer zu werden?
Timoto
Da bin ich nicht schlauer als ihr. Die Schlange könnte die Spur sein. Frag Inanna, die kennt sich mit Schlangen doch aus.
Timoto ist wieder fort.
Enki
Die spielt grad kleines bockiges Mädchen.
Inanna
Ich bin noch bei Athene und Medusa. Was könnten sie machen, um sich wiederzugewinnen? Wenn Athene das will - Medusa sicher erst recht.
Enki
Ich glaube, sie müssen noch mal miteinander kämpfen. Diesmal ohne Arg.
Inanna
Aug in Aug - das eine schrecklicher als das andere, auch das von Athene ist nicht ohne. Doch Medusas? - nein - das überlebt Athene nicht.
Enki
Nun Kämpfen und Kämpfen ist nicht dasselbe. Das zum einen. Und wenn Athene weiß was sie will und wozu sie das will, dann wird Medusa sie nicht töten. Wozu sollte sie auch?
Inanna
Muss nicht sogar Medusa ihr wichtiger sein als sie selbst?
Enki
Du fragst mich Sachen, Kind. Bin ich Enki?
Achja, Und weil ich der Enki bin, der Hüter der ME dazumal, denke ich mal laut: Du hast Recht, Kind. In gewisser Weise ja.
Inanna
In gewisser Weise ja - Schwiegervater, du redest in Rätseln.
Enki
Inanna, wer wenn nicht wir zwei wissen das: Die Kunst der Entscheidung ist die höchste der göttlichen ME. Wenn Athene das kann, diese Kunst beherrscht, entscheiden kann, weil sie weiß was sie will und es tut - dann hat sie sich. So einfach ist das - dann kann ihr nichts mehr passieren. Egal - was passiert.
Inanna
Die ME - ich erinnere mich dunkel. Ja und - Medusa?
Enki
Dann hat Athene Augen und Ohren - soviel wie sie braucht - für Medusa. Für das was Medusa wünscht und will, was sie vielleicht sagen will, was ihr vielleicht an Athene liegt und was sie nicht mag an ihr. Warum sie ihr Verbot übertreten hat. Sie hatte vielleicht Gründe dafür.
Inanna
Und sie selbst, Athene, ist sich dann nicht mehr wichtig?
Enki
Anders. Sie sucht nicht mehr sich - sondern z.B. Medusa. Sich selbst hat sie ja. Sie braucht nicht mehr zu grübeln, wer oder was sie ist. Und ob sie wichtig und wertvoll ist und überhaupt.
Timoto
Oh - das klingt wunderbar. All diese Zweifel- und Grübelfragen, die gott und mensch sich nur aufhalst, wenn er sich noch abgrenzen und einsortieren und schützen möchte vor der Welt. Wenn er sich noch zu ergründen sucht. Braucht gott und auch mensch dann nicht mehr.
Enki
Genau. Er handelt. So wie er´s entscheiden kann - und erlebt direkt, was er ist und was nicht. Er ist ja genau das, was er tut. Reines Tun. Nichts außerdem.
Timoto
Menschen und Götter sind nunmal keine Dinge. Sondern ständig neu und anders. Denkt nur mal an eure Gefühle. So schnell, wie die sich ändern bei, kommt ihr mit Klagen drüber gar nicht hinterher.
Inanna
Und du - Enki - und du Timoto - könnt ihr das schon?
Enki
Nicht dass ich wüsste - doch ich denk mal in Ruhe drüber nach.
Timoto
Bin ich Enki?
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larenGötter-Gast
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Tipp: Griechische namenAres
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Hat mir sehr geholfen.Ares
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AtheneGötter-Gast
Die Götter regen sich.
Sie wandeln sich.
Sie regen sich selbst.
Sie regen sich auf.
Sie regen sich wieder.
Dich aufzuregen.
Wo aber sind diese Götter?
Sie regen sich - du spürst sie manchmal.
Sie regen dich auf, wenn du träumst.
Sie regen sich wieder für dich,
Der du lebst.
Sie regen sich in dir.
Wo sonst.
Was glaubst du bloß,
wer du bist?
