StartHeilige TiereDer Elefantengott heiligt alle Elefanten in Indien

Der Elefantengott heiligt alle Elefanten in Indien

Der Elefantengott Ganesha und dank seiner Elefanten allgemein werden in Indien als heilig verehrt.
Der Elefantengott Ganesha, und dank seiner Elefanten allgemein, werden in Indien als heilig verehrt. Die Maus, links unten im Bild, ist das Reittier von Ganesha.

Der Elefant ist den Indern heilig, dank Ganesha, dem Elefantengott. In vielen Tempeln findet man nicht nur Statuen des beliebten Elefantengottes, sondern auch lebende Elefanten. Anders als die heilige Kuh in Indien lebt der Elefant jedoch meist in freier Wildbahn.

Voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Wie Ganesha zu seinem tierischen Kopf kam

Ganesha hat den Körper eines Menschen und den Kopf eines Elefanten.
Ganesha hat den Körper eines Menschen und den Kopf eines Elefanten.

Der beliebteste indische Gott, Ganesha, ist ein Elefantengott. Ganesha hat den Körper eines Menschen und den Kopf eines Elefanten. Ganesha ist also ein göttlicher Elefant und gilt als Sohn von Shiva und Parvati. Ursprünglich soll der Elefantengott einen Menschenkopf gehabt haben. Wie dann der beliebte Gott zu seinem Elefantenkopf kam, wird in Indien in vielen Versionen erzählt. Nach der bekanntesten Variante war es sein Vater Shiva selbst, der dem kindlichen Ganesha den (noch) menschlichen Kopf vom Rumpf säbelte. Das bereute der große Gott schnell und wollte seinen Fehler so schnell wie möglich wiedergutmachen.

Der Elefantengott Ganesha gilt als intelligent

Der Elefant gilt in Indien als Inbegriff von Kraft und Weisheit. Das hängt nicht nur mit seiner Größe, sondern auch mit dem Elefantengott zusammen. Und der Elefantengott Ganesha hat eine sehr deutliche und gut nachvollziehbare Symbolik:

  • Da wäre zunächst sein sehr großer Kopf, der Kopf eines Elefanten eben. Und dieser galt in Indien als ein Zeichen für außergewöhnlich hohe Intelligenz. 
  • Auch der Rüssel des Elefanten verweist auf Intelligenz – und zwar im Sinne von Unterscheidungsfähigkeit. Mit seinem Rüssel kann der Elefant – und Ganesha natürlich insbesondere – gleichermaßen auf ganz verschiedene Weise etwas tun: 
    • kräftig zupacken: zum Beispiel einen Baum samt Wurzeln ausreißen. 
    • sensibel feine Unterschiede ertasten: einen einzelnen Grashalm greifen. 

Übrigens: Ganz besonders wird der Elefantengott Ganesha in der Tradition des Tantra verehrt. Er wird auch als der Herr des Tantra bezeichnet. Das mag mit seiner hoch entwickelten Unterscheidungsfähigkeit zu tun haben. Auf diese kommt es im Tantra sehr zentral an.

Der Elefant in Indien unterscheidet sich von seinem Artgenossen in Afrika

Der in Indien lebende Elefant unterscheidet sich vom afrikanischen vor allem durch seine wesentlich kleineren Ohren.
Der in Indien lebende Elefant unterscheidet sich vom afrikanischen vor allem durch seine wesentlich kleineren Ohren.

Neben dem Elefantengott selbst, ist der Elefant in Indien noch mit einem weiteren Gott verbunden: Er ist das Reittier von Indra, dem höchsten vedischen Gott.

Der in Indien lebende Elefant unterscheidet sich vom afrikanischen vor allem durch seine wesentlich kleineren Ohren. Außerdem ist der Indische Elefant etwas kleiner als der Afrikanische Elefant. Er hat vier, statt nur drei Zehen an den Hinterbeinen und nur eine Rüsselspitze. Von diesen äußerlichen Unterscheidungsmerkmalen abgesehen gibt es noch einen weiteren sehr wichtigen Unterschied:

  • Anders als der Afrikanische Elefant lässt sich der Indische Elefant sehr leicht zähmen. Seine leichte Zähmbarkeit ist mit Sicherheit einer der Gründe, warum der Elefant in Indien so außerordentlich beliebt ist.
  • Der Indische Elefant unterscheidet sich vom Afrikanischen Elefanten so deutlich, dass Kreuzungen zwischen diesen beiden Elefantenarten bisher noch nie gelungen sind.

Der Indische Elefant

Der Elefant in Indien heißt denn auch: „Indischer Elefant“. Als Lasttier ist der Indische Elefant in ganz Indien verbreitet und geschätzt. Überwiegend lebt dieses große, kraftvolle Tier in der Wildnis. Wilde Elefanten leben gewöhnlich in Herden. Sie unternehmen weite Wanderungen auf der Suche nach Nahrung für die ganze Herde. Nicht selten kommt es vor, dass eine Elefantenherde erntereife Felder plündert. Die betroffenen Bauern müssen damit leben, ob sie wollen und können oder nicht. Die Elefanten zu töten, käme zumindest für einen Hindu nicht infrage. Die Heiligkeit des Indischen Elefant wiegt stärker als der drohende Hunger der Bauern.

Dank Elefantengott großer Respekt

Blauer Indischer Elefant im traditionellen Stil
Blauer Indischer Elefant im traditionellen Stil
  • Wenn du einmal auf den Straßen Indiens einem Elefanten begegnen solltest, wirst du vermutlich schnell bemerken, was zu tun ist. Ihm schnellstens aus dem Wege gehen und ihm die Vorfahrt lassen. Der Kraft und Größe eines Elefanten Respekt zu zollen, versteht sich wie von selbst. Immerhin ist der Elefant das größte Säugetier, das auf der Erde lebt.
  • Solltest du doch einmal auf die Idee kommen, einen Elefanten ärgern zu wollen – belasse es bei dem Gedanken, und tu es nicht! Da jeder Elefant, dank Ganesha, dem Elefantengott, als heiliges Tier gilt, würdest du dir unter den Indern damit keine Freunde machen.
  • Alljährlich findet in Jaipur (Rajasthan, Nordindien) das Elefantenfest statt. Begleitet vom Rhythmus der Trommeln ziehen festlich geschmückte Elefanten durch die Straßen von Jaipur bis zum Palast der Stadt. Der Höhepunkt des Festes ist dann ein großes Spektakel: das Tauziehen zwischen Elefanten und ihren Mahouts, den Wegbegleitern der Elefanten.

Quellen:

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