StartGriechische GötterDie griechische Göttin Psyche

Die griechische Göttin Psyche

Die griechische Göttin Psyche mit Flügeln - zusammen mit ihrem Geliebten Eros / Amor.
Die griechische Göttin Psyche mit Flügeln – zusammen mit ihrem Geliebten Eros / Amor.

Die wohl größte Liebesgeschichte der griechisch-römischen Mythologie erzählt uns etwas über die römisch griechische Göttin Psyche. Diese Liebesgeschichte des römischen Dichters Apuleius ist zu einem Mythos geworden, aus dem so manches uns heute wohl vertraute Märchen hervor gegangen ist, Schneewittchen zum Beispiel oder auch Frau Holle.

Der Mythos, den Apuleius ersann, berichtet von einer wunderschönen und sterblichen Königstochter und wird oft in einem Atemzug mit Eros / Amor genannt. Die beide werden ein Liebespaar. Nachdem sie einige Prüfungen bestanden und Hindernisse überwunden haben, gibt es sogar ein Happy End.

Eine schöne Geschichte aus der griechisch-römischen Antike. Was bedeutet dieser Mythos für uns Heutige? Kann die griechische Göttin Psyche als Personifikation unserer Seele verstanden werden?

Psyche – eine junge und schöne Frau

Der Mythos von Eros und Psyche wird etwas unterschiedlich, mit kleinen Abwandlungen erzählt. Doch im Kern stimmen die verschiedenen Erzählungen überein.

Die jüngste von drei sterblichen Prinzessinnen „Psyche“ ist so außergewöhnlich schön, dass sich sogar Aphrodite, die Göttin der Schönheit, bedroht sieht. Denn sie befürchtet, dass sich die Menschen von ihr abwenden, um die noch schönere Psyche zu verehren. Daher soll Eros, ihr Sohn und Gott der Liebe, Psyche dazu bringen, sich in die hässlichste und schlechteste Kreatur zu verlieben. Doch als Eros die schöne Psyche sieht, ist es um ihn geschehen. Er verliebt sich in sie und ignoriert Aphrodites Befehl.

Es gibt mehrere Märchen, Erzählungen und Mythen, wo die jüngste Tochter gleichzeitig die schönste Tochter ist. Schönheit wird hier immer mit einer jungen und unschuldigen Seele verbunden. Sie ist noch nicht gezeichnet von den Schwierigkeiten und dem Alter des Lebens, sondern eher naiv, unerfahren, beeinflussbar, unbedarft und daher sehr verletzlich.

Die Schwierigkeiten lassen auch nicht lange auf sich warten. Die schöne griechische Göttin Psyche soll mit einer hässlichen Kreatur vermählt werden, was ihre Schönheit wohl zerstören dürfte, vielleicht sogar ihre eigene Seele. Das steht zu befürchten. So klingt es zumindest im Mythos an.

Begriff der Psyche und die Bedeutung der Seele

Der Begriff „Psyche“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Atem, Hauch, Seele und Schmetterling. Der Schmetterling wird als Verkörperung der Seele angesehen. Daher wird die griechische Göttin Psyche gerne als menschlicher Seelenvogel mit Schmetterlingsflügeln dargestellt.

Der Schmetterling ist auch heute noch ein Symbol für die menschliche Psyche bzw. Seele.
Der Schmetterling ist auch heute noch ein Symbol für die menschliche Psyche bzw. Seele.

Die menschliche Psyche wird mit der menschlichen Seele gleichgesetzt. Besonders Sigmund Freud und C. G. Jung haben sehr stark das heutige Verständnis über die Psyche des Menschen beeinflusst.

Eine mögliche Deutung im Mythos über Eros und Psyche ist die Entwicklungsfähigkeit bzw. Entfaltung der eigenen Seele. Das passt hervorragend zum Bild des Schmetterlings, der sich erst nach dem Stadium der Raupe und des Verpuppens entwickelt bzw. entfaltet. Er erfährt eine Umwandlung, eine Metamorphose.

Auch Eros und Psyche gehen durch einen Umwandlungsprozess, indem sie Hindernisse überwinden. Jeder der beiden hat seine Prüfungen zu bestehen. Doch letztlich schaffen sie es nur gemeinsam und zeigen sich so ihre gegenseitige Liebe.

Metamorphose der Seele

Die Entwicklung eines Mädchens zu einer schönen jungen Frau könnte man schon als die erste Stufe einer Metamorphose deuten. Doch sie bleibt etwas oberflächlich. Sie geht nicht wirklich in die Tiefe. Das schaffen nur Erfahrungen mit den Schattenseiten des Lebens. Sie formen den Charakter; man könnte auch sagen, die Seele. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und Krisen, anstatt daran zugrunde zu gehen und mehr noch: Sie stärken ihn, verleihen ihm eine unverwechselbare Ausstrahlung, Stärke, Selbstbewusstsein und vielleicht sogar Charisma.

Solche Erfahrungen, die die eigene Seele formen, trifft die menschliche Seele im Grunde ihres Daseins, besser: im Grunde ihres Werdens. Doch das geschieht nicht isoliert von anderen Menschen. Menschen, die schwere Lebenssituationen meistern, sind eingebettet in ein soziales Umfeld. Sie haben mindestens einen Freund, einen Vertrauten oder jemanden, den sie lieben und der sie unterstützt.

Im Mythos von Eros und Psyche geht die Metamorphose der Seele ein weites Stück über die Menschenwelt hinaus. Denn die sterbliche Psyche erlangt Unsterblichkeit. Dadurch wird sie in den Kreis der Götter aufgenommen. Durch das Geschenk der Götter wird Psyche zur unsterblichen Göttin der Seele und mehr noch: Die Liebe selbst wird unsterblich. Denn nun sind die Liebenden, Psyche und Eros, ewig vereint.

Die Unsterblichkeit ist also auch ein Geschenk der Götter an die Liebenden. Beide profitieren davon, auch Eros, der als Gott von vornherein unsterblich ist. Doch solange die schöne Psyche sterblich ist, bleibt auch die Liebe zwischen Eros und Psyche sterblich. Dieser Makel der Vergänglichkeit, welcher nicht nur die Liebe bedroht, sondern auch die Schönheit, wird durch göttliche Hilfe beseitigt.

Fazit aus dem Mythos von Eros und Psyche

Ein mögliches Fazit aus dem Mythos von Eros und Psyche besteht darin, dass unsere Suche und Sehnsucht nach Liebe immer mit unserem persönlichen Wachstum verbunden sein sollte. Denn die Liebe ist kein fertiger und gleichbleibender Zustand, sondern aktives Handeln und permanente Veränderung aller Liebenden. Manchmal ist sie süß und manchmal bitter, aber immer die Würze eines spannenden Lebens.

Bildquellen:
©

flickr.com / Karin Born

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