Kleopatra - der letzte Atemzug des Alten Ägypten

Kleopatra - die letzte Königin des alten ÄgyptenKeine Herrscherin hat zur damaligen und vielleicht auch noch heutigen Zeit so viel Aufsehen erregt wie Kleopatra. Die letzte Pharaonin des antiken Ägyptens setzte alle Hebel der Macht, Intelligenz und Verführung in Bewegung, um den Untergang ihres 3000 Jahre alten ägyptisches Reiches doch noch abzuwenden. Umsonst. Doch ihren Namen kennt noch heute, 2000 Jahre später, jedes Kind. 

Das alte Ägypten und die Zeitenwende

Im letzten Jahrhundert vor der Zeitrechnung bzw. Christi Geburt stand das 3000 Jahre alte Reich des alten Ägypten bereits seit zwei Jahrhunderten unter der Regentschaft hellenistischer, also spätgriechischer Herrscher.

Auch in Griechenland war im Hellenismus die Zeit der Blüte schon vorbei und für Spätzeiten typische dekadente Bestrebungen wie die nach "Weltherrschaft" waren an der Tagesordnung. 

Alexander der Große hatte sich um 330 vor Christi zum - göttlich legitimierten - Pharao krönen lassen und ließ in der Folge die Stadt Alexandria erbauen. Alexandria wurde zu einer glanzvollen Metropole, in der ein Schmelztigel griechischer und ägyptischer Kultur entstand.

Kleopatra wurde als Tochter eines Pharao geboren und wurde nach dem Tod ihres Vaters denn auch zur Pharaonin gekrönt. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder, wie es damals üblich war. Ihre Legitimation und damit traditionellerweise direkte Abkunft von Isis selbst setzte Kleopatra perfekt in Szene und kultivierte damit ihren Ruf einer das ganze Reich schützenden und zugleich unwiderstehlichen Liebesgöttin.

Zwar war dieses Vorgehen in der Tat in den alten Kulturen üblich, nicht nur in Ägypten, sondern ähnlich auch im alten Sumer, wo jeder Herrscher durch Ishtar göttlich legitimiert sein musste. Nur ist das natürlich so eine Sache - wie macht man seinem Volk, seinen Konkurrenten und seinen Feinden klar, dass Ich der / bzw. die Auserwählte bin? 

Solange das ägyptische Reich blühte,und die Allgegenwart der Götter selbstverständlich und für die Menschen auch erfahrbar war, brauchte man nur auf Anzeichen, Träume, Hinweise göttlicher Herkunft achten. In der Spätzeit aber musste ein Herrscher dagegen durchaus irdisch nachhelfen, um alle zu überzeugen, dass die Götter mit ihm sind. Ein Paradebeispiel für solche weltlichen Tricks ist Kleopatra. 

Mit Raffinesse setzte sie ihren scharfen Verstand ebenso wie ihre Verführungskraft als "göttlich legitimierte" Königin präzise für ihr Ziel ein. Kein Wunder, dass gleich zwei römische Feldherren ihrem Charme und ihrer Überzeugungsmacht erlagen.

Freilich brauchte Kleopatra nicht nur die Gunst der mächtigsten Männer des unaufhaltsam aufsteigenden römischen Weltreiches, sondern umgekehrt war Kleopatra für Caesar und nach dessen Tod Marcus Antonius der Schlüssel, um Einfluss auf das sagenhaft reiche Ägypten zu gewinnen.

Für einen historisch kurzen Moment schaffte es Kleopatra, ihr Reich vor der drohenden Abhängigkeit von Rom zu schützen. Dann verlor sie alles und mit ihr verlor Ägypten, obgleich noch immer reich, seine Unabhängigkeit und wurde römische Kolonie.

Seit über 2000 Jahren erregt diese starke Frau in Alexandria immer wieder die Fantasie Kunstbegeisterter, Historiker, Kulturliebhaber und Schwärmer. Und noch immer teilen sich die Gemüter, wenn es um Kleopatra geht. Die einen (vor allem Ägypter) verehren und bewundern sie als nahezu göttlich. Die anderen (in römischer Tradition) sind noch heute entsetzt über die Skrupellosigkeit, mit der sie ihre Ziele verfolgte.

Kleopatra in einen Teppich gerollt

Kleopatra - die letzte Königin des alten Ägypten - auf einer Stele mit IsisKleopatra genoss weltweiten Ruhm und ihre Schönheit war ebenso bekannt, wie ihre Intelligenz. Kleopatra VII herrschte im ersten Jahrhundert vor Christi über das reichste Land der Welt, Ägypten. Ihr Tempelpalast steht inmitten Alexandrias. Eine turbulente Stadt mit unterschiedlichen Völkern bestehend aus Griechen, Römern, Ägyptern, Nubier, Gallier und Juden.

Und natürlich den rund 2500 Tempeln und Kultstätten, um Gottheiten verehren zu können. Alexandria ist die Stadt der Weisen und Denker, der Dichter, Wissenschaftler und des Geistes.

Allein in der Bibliothek wir das gesamte Wissen auf einer halben Million Pypyrusrollen festgehalten. Ägypten wird seit über 300 Jahren von Ptolemäern geführt, dessen Nachfahren man des makedonischen Heerführers Ptolemaios zuschreibt.

Es kommt zu Machtkämpfen und der Vater Kleopatras, Ptolemaiso XII will eine Unabhängigkeit seines Landes sichern, um den Zugriff des nach Macht strebenden Roms zu verhindern. Als der Pharao 51 v. Chr. stirbt, ist Kleopatra 18 Jahre alt und mit ihrem erst zehnjährigen Bruder wird sie Königin von Ägypten.

Die Geschwister streiten sich und Kleopatra wir aus dem Palast vertrieben. Rom interveniert und schickt den erfolgreichen Feldherrn und römischen Krieger Julius Cäsar. Es kommt, wie es kommen musste und um Cäsar ein Weltreich zu Füßen legen zu können, ließen die Ägypter Kleopatra in einen Teppich eingerollt in der Nacht zu Cäsar senden.

Ob Kleopatra so schön war, wie manche behaupten, ist bis heute ein Streitthema und ob die letzte Pharaonin Ägyptens wirklich in einem Teppich den Weg in Caesars Gemach fand, auch

Tatsache aber scheint es zu sein, jedenfalls spricht unter anderem ein gemeinsamer Sohn dafür, dass Kleopatra bis zu Caesar gelangte und ihn davon zu überzeugen, die Streitigkeiten zu ihren Gunsten zu entscheiden. 

Kleopatra als Geliebte des Cäsar hält Hof in Rom

Kleopatra und Marcus AntoniusCäsar führt Krieg gegen Alexandria, siegt und setzt Kleopatras nächsten Bruder als Ptolemaios XIV mit auf den Thron. Kleopatras erstes Kind heißt Cäsarion, Sohn des Cäsars und mit ihrem Bruder reist sie nach Rom. Sie wird wegen ihrer unkonventionellen und selbstbewussten Art auch im Römischen Reich verehrt, findet aber jede Menge Feinde ihrer Liebschaft zu Cäsar.

Römische Frauen kopieren ihr Aussehen, ihre Art sich zu schminken, was sie isst, was sie trägt und wie sie lebt und sich bewegt. Selbst so schlank und grazil wie sie wollten unzählige Römerinnen sein und hielten schon damals Diäten. Doch Kleopatra schmiedet unterdessen Pläne und taktische Vorgehensweisen, um Cäsars Tun lenken zu können.

Cäsar hingegen befindet sich zwischen Kriegsfeldern und den Betten zweier Frauen im Zwiespalt. Denn verheiratet war er mit der Tochter des einflussreichen Senator und Konsul Piso. Gattin Calpurinia weiß von der Affäre zu Kleopatra und das ganze Römische Reich und duldet mehr oder weniger diese Liebschaft.

Cäsar wird von Verschwörern am 15. März 44 v. Chr. Mit über 20 Messerstichen ermordet. Rom gerät in Aufruhr und Kleopatra flüchtet mit ihrem kleinen Sohn nach Alexandria.

Kleopatra und Marcus Antonius

In Alexandria stirbt auf unbekannte Weise ihr Mitregent und böse Zungen behaupten, dass es sich um einen Giftmord, ausgeführt von Kleopatra persönlich, handelte. Beweise hierfür gibt es allerdings nicht. Das Motiv für diese Tat wäre aber zur damaligen Zeit durchaus möglich.

Kleopatra ernennt ihren erst dreijährigen Sohn (von Cäsar), Ptolemaios XV Kaisarion zum neuen Pharao an ihrer Seite. Damit zieht sie allerdings die höchst argwöhnische Aufmerksamkeit auch der römischen Feldherren, allen voran des künftigen Kaisers Augustus auf ihren Sohn. 

Ihr Ziel war es jedoch, dass gleich zwei Reiche miteinander verknüpft und verbunden würden. Ihr Kind trägt die Zukunft Ägyptens in sich und schließlich musste sie als göttliche Pharaonin, diese zu sichern versuchen.

Dies gelingt ihr in den folgenden Jahren vor allem mit Hilfe von Marcus Antonius - dem zu dieser Zeit mächtigsten Mann Roms.

Denn Marcus Antonius galt in den Jahren zwischen Caesars Tod (44 v.Chr.) und der Regentschaft von Augustus (31 v.Chr.) als möglicher kommender Alleinherrscher des römischen Reiches.

Die offene Rivalität zwischen Augustus, damals noch Octavian, und Marcus Antonius sollte sich erst in den letzten zwei drei Jahren vor dem Selbstmord von Marcus Antonius und Kleopatras zuspitzen. 

Sie töteten sich selbst, so heißt es, nachdem Octavian die macht- entscheidende Schlacht im Jahr 31.v.Chr zwischen den beiden Rivalen gewonnen hatte.

Sichere Quellen über die Umstände seines und wenige Tage später ihres Todes gibt es nicht, denn jene die es gibt, widersprechen sich. Ebenso wie bei vielen anderen Details aus Kleopatras Leben. Ziemlich sicher ist, dass beide sich in Alexandria das Leben nahmen. 

Was bleibt von Kleopatra

Kleopatra ist wohl die legendärste und sagenumwobenste Herrscherin und Königin, die es im alten Ägypten gab.

Sie vertrat wie keine zweite Herrscherin mit göttlicher Fügung die Werte des Pharaos, der als perfekter und einziger Mittelsmann zwischen Gott und Mensch stand.

Dass auch Kleopatra von dieser Fügung während ihrer Regentschaft regen Gebrauch machte, stritt und streitet noch heute kein Historiker ab und wird ihr damals und heute zugetraut.

Bildquellen: 

© Wikipedia

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