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Die Titanen und ihre Kinder

Die Titanen - Rhea und Kronos
Die Titanen – Rhea und Kronos

Rhea und Kronos sind die bekanntesten Titanen und gelten als die Eltern von Zeus, dem Göttervater und seiner fünf Geschwister. 

Die Titanen sind ein altes griechisches Göttergeschlecht. Die Eltern oder Großeltern der meisten olympischen Götter.

Die erste Titanengeneration besteht nach Hesiod aus den 12 Kindern von Uranos (Himmel) und der Gaia (Erde). Okeanos, Koios, Kreios, Hyperion, Iapetos, Theia, Rhea, Klymene, Themis, Mnemosyne, Phoibe, Tethys und Kronos.

Titanen und deren Kinder – Titaniden

Die älteste Götter-Generation wird als ein Götter-Geschlecht beschrieben, das eher kosmische Gesetze denn menschliche Eigenarten darstellt. Kronos, Koios, Kreios und Iapetos werden oft in einem Atemzug als „die Titanen“ benannt. Ohne dass man wüsste, welcher von ihnen wirklich anwesend war und welcher nicht. Kronos selbst aber, wie auch Okeanos und Hyperion haben auch eigene Geschichten.

Der Titan Kronos und seine Frau Rhea der bekannteste Titan frisst seine Kinder. Mit ihm kommt die „Zeit“ als relevante Größe in die Welt der Menschen. Vorher gab es so etwas wie Zeit noch nicht, nur Menschen kennen Zeit.

Hyperion war der älteste Sonnengott bzw. Lichtgott. Mit seiner Schwestergemahlin Theia zeugt er den Sonnengott Helios, die Mondgöttin Selene und die Göttin der Morgenröte Eos. Im alten Göttergeschlecht galt Eos als das weibliche Ideal von Schönheit schlechthin. 

Die Titanen Okeanos und Thetys

Die beiden Titanen Okeanos (Mitte) und Thetys (links von Okeanos, mit Eileithyia)
Der Titan Okeanos (Mitte) und seine Frau Thetys (links von Okeanos, mit Eileithyia)

Der Titan Okeanos war das mythische, das in sich kreisende Urmeer der Griechen. Er war das Weltmeer, das die gesamte den Griechen bekannte Welt umspülte.

Mächtig und unüberwindlich, denn jenseits des Titans Okeanos gab es gar nichts mehr. Im äußersten Westen war der Garten der Hesperiden der letzte Ort, den man betreten konnte. Westlich davon dann: Okeanos. 

Thetys, seine Schwester-Gemahlin, wird ebenfalls als Meeresgöttin verehrt, doch ist sie auch die Mutter all der Flüsse und allen Süßwassers – tief im Innern des Landes. 

Tethys aber gebar dem Okeanos wirbelnde Flüsse, und  ebenso viele Okeaniden. Insgesamt nennt Hesiod die Zahl 3000 und benennt Styx, den Fluss in der Unterwelt, als die älteste Tochter von Okeanos und Thetys: 

Endlich die Styx; der gleichet an Hoheit keine der andern.
Diese gebar dem Okeanos einst als älteste Töchter
Tethys; aber es kamen der anderen später noch viele;
Sind’s drei Tausende doch schlankfüßiger Okeaninen;

Doch nicht nur die Weiten des Meeres, aus denen auch Poseidon den Okeanos niemals vertreiben würde, charakterisieren die alten Götter Okeanos und Thetys, sondern auch ihre besondere Rolle während der Titanomachie. 

Okeanos, als einziger der vier Titanenbrüder, blieb dem Kampf zwischen dem alten und dem jungen Göttergeschlecht fern. 

Die Kinder der Titanen

Die Kinder der Titanen und deren Kinder werden in den meisten Beschreibungen ebenfalls zu den Titanen gezählt. Allerdings wird die Zuordnung bei den Kindeskindern der ursprünglichen Götter Griechenlands schnell unübersichtlich.

Die Kinder des Iapetos (mit der Klymene) z.B. werden ganz explizit als Titan bzw. Titanin / Titanide bezeichnet. Unter ihnen ist der bekannteste Titan sicher Prometheus

Ebenfalls als Titanenkinder bekannt sind die Kinder der Hyperion und der Theia, Götter der Himmelslichter: Helios, Selene und Eos.

Die Kinder des Titanen Kronos und Rhea dagegen: Zeus und seine fünf Geschwister, sind Titanen der Abstammung nach ganz ebenso wie etwa Prometheus und Helios. Doch Zeus und seine Geschwister werden in der Regel nicht als Titanen bezeichnet.

Die besiegten Götter

Der jüngste Kronos-Sohn, Zeus, ist es, der das Titanengeschlecht – seine Eltern und deren Geschwister – in dem zehnjährigen Kampf der jüngere Götter gegen das ältere Göttergeschlecht besiegt.

Einige der Besiegten – mindestens wohl Koios, Kreios und Iapetos – werden in den Tartaros, die dunkelste Ecke der Unterwelt, noch unter dem Hades – verbannt. Von dort aus können sie praktisch nichts tun. Nach dem fliehenden Kronos schleudert Zeus einen Blitz und erschlägt seinen Vater.

In der römischen Fassung aber, da wird der alte König der Götter Saturn genannt, gelingt es, nun also Saturn, aus dem Tartarus zu fliehen. Saturn flieht nach Italien und wird dort vom Gott Janus aufgenommen. In Italien ist Saturn dann ein Gott der Fruchtbarkeit. 

Der kluge Prometheus wurde ein Zeitalter lang an die Felsen des Kaukasus geschmiedet, ehe Herakles ihn befreite. 

Atlas, ein von Zeus gestrafter Titan muss am Ende der Welt im Westen, beim Garten der Hesperiden, das Hímmelsgewölbe auf seinen Schultern tragen.
Atlas, ein von Zeus gestrafter Titan muss am Ende der Welt im Westen, beim Garten der Hesperiden, das Hímmelsgewölbe auf seinen Schultern tragen.

Atlas, einer drei Brüder von Prometheus, wurde zur Strafe dazu verdammt, ganz im Westen, nahe dem Garten der Hesperiden, den Himmel (Uranos), zu stützen, dass er nicht auf die Erde (Gaia) falle. Eine schwere Last, die nur für kurze Zeit ein anderer: Herakles, ihm abnehmen sollte. 

Rhea, Thetys und Gaia, Okeanos und die meisten seiner Kinder, die Okeaniden, wie auch Leto, die Mutter von Apollon und Artemis, genießen weiterhin hohes Ansehen und beeinflussen die jüngeren Götter auf ihre Weise. 

Und Nereus, Doris und die Nereiden?

Ja, was ist mit diesen alten Göttern? Wie Okeanos und Thetys sind auch sie Meeresgötter und älter, viel älter als die in der Spätzeit herrschenden olympischen Götter. 

Nun, es sieht aus, als hätten sich auch diese Meeresgötter aus den Götterkriegen heraus gehalten. Kein Wunder, die Götter des Meeres bewegen sich fernab der Ränke und Intrigen von Menschen und olympischen  Göttern. 

Nereus und Doris haben 50 Töchter, die Nereiden. Darunter sind die meisten weitgehend ungekannt wie etwa Psamathe, die Göttin der Sandstrände, welche noch vor den Zeiten der olympischen Götter die schönsten Strände Griechenlands erschaffen hat oder Kymothoe, die Göttin der rauschenden Welle. 

Andere Nereiden sind vor allem durch ihre besondere Schönheit bekannt, wie Amphitrite, die lange von Poseidon umworben wurde, bevor sie einwilligte, dessen Frau zu werden. Berühmt ist auch Thetis, die von Zeus umworben wurde. Doch sagte ein Orakel, dass Thetis einen Sohn gebären würde, der stärker sein würde als sein Vater.

Das verdarb Zeus die Lust auf Thetis. Doch im Trojanischen Krieg mochte er ihr dennoch nicht die Bitte abschlagen, ihrem Sohn Sohn Achill zu helfen. 

Doris selbst ist eine der 3000 Töchter von Okeanos und Thetys und insofern eine direkte Titanide. 

Nereus aber hat direkt nichts mit dem Titanengeschlecht zu tun. Indirekt freilich schon, denn das Titanengeschlecht hat dieselbe Mutter wie er und seine Geschwister: Die Göttin Gaia.

Mit Okeanos und später auch mit Poseidon kommt Nereus sich nicht ins Gehege. Jeder der drei Meeresgötter hat sein eigenes Revier. Während Poseidon für Stürme und Schifffahrt zuständig ist und Okeanos „die Welt“ umflutet, gehört Nereus in die Tiefen des Meeres. Fern von Schlachtengetümmel gilt Nereus als uralt, sehr weise und als gütiger Helfer, wenn man ihn denn zu finden wusste

Literaturquellen: 

Theogonie von Hesiod / https://gottwein.de/Grie/hes/thgde.php
Hederich: Gründliches mythologisches Lexikon

Bildquellen: 

© Trustees of the British Museum – © Trustees of the British Museum, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57889722 / John Singer Sargent – http://www.goodart.org/blog/JohnSingerSargent-Atlasandthe%20Hesperides-BostonMOFA-1922-1925Large.jpg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6397088

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5 KOMMENTARE

  1. Da steht ja, dass Kronos, Okeaonos und Hyperion auch eigene Geschichten haben. Mir ist aufgefallen, dass Okeaonos und Kronos kurze Beispiel-Geschichten zugefügt wurden, aber Hyperion nicht…

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