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Hinduismus: Indische Gottheiten

Indische Gottheiten bilden oft Paare, zumindest ist dies bei den wichtigsten Gottheiten, die Trimutri bzw. Tridevi der Fall.
Indische Gottheiten bilden oft Paare, zumindest ist dies bei den wichtigsten Gottheiten, die Trimutri bzw. Tridevi der Fall.

Der Hinduismus, der von mehr als einer Milliarde Menschen praktiziert wird, gehört zu den wichtigsten und bekanntesten Religionen der Welt. Es gibt unzählige indische Gottheiten, doch nur wenige von ihnen sind bei uns in Europa bekannt mit ihren Namen und Geschichten. Ob es sich beim Hinduismus um eine Religion im uns bekannten Sinne handelt oder nicht ist immer mal wieder umstritten. Worin sich aber alle Forscher und auch alle Hindus einig sind, ist dass der Hinduismus aus Indien stammt.

Unzählige indische Gottheiten

Hindus leben heute auch in anderen Ländern als Indien, aber in Indien leben und die mit Abstand meisten Hindus. Historisch wäre es nicht ganz korrekt, die Götter des Hinduismus als indische Gottheiten zu bezeichnen. Aber der Begriff indische Gottheiten hat sich bei uns im Westen eingebürgert. Indische Gottheiten als großes Zusammenspiel beschreiben, philosophisch ausgedrückt, vier Grundprinzipien. Es geht um Großzügigkeit, Wahrheit, Gewaltlosigkeit und Selbstbeherrschung. Es gibt unzählige indische Gottheiten, die eben auch unzählig verschiedene Aspekte dieser Prinzipien in schönen, schrecklichen, dramatischen und harmonischen Bildern und Geschichten beschreiben. Und auch die Göttinnen, ganz anders als im Christentum, nehmen einen prominenten Platz im Hinduismus ein.

Shiva ist eine der drei Gottheiten, die zur Dreigestalt Trimutri gehören.
Shiva ist eine der drei Gottheiten, die zur Dreigestalt Trimutri gehören.

Indische Gottheiten – die drei wichtigsten, vereint im Trimutri und Tridevi

Trimurti steht für die Hindu-Dreifaltigkeit von Brahma, Vishnu und Shiva. Diese drei, sehr verschiedenen, Gottheiten stehen für drei sich ergänzende Prinzipien des Universums überhaupt im Hinduismus. Man könnte es auch so sagen: Brahma, Vishnu und Shiva repräsentieren die drei grundlegenden Zyklen der Welt: Den Aufbau, die Erhaltung und die Zerstörung des Universums. Ihre drei Shaktis bilden ebenfalls eine Dreiheit – die Tridevi. Wobei es wichtig ist, sich diese drei philosophischen Grundprinzipien als Zusammenspiel vorzustellen, das sich in jedem Moment beobachten lässt. Es geht also nicht, das wäre meiner Überzeugung nach ein Missverständnis, um eine historische Abfolge.

Brahma und Saraswati

Geboren aus einer Lotusblume, die aus Vishnus Nabel entsprang, ist Brahma der Schöpfergott des Universums und der Materie. Er gilt mitunter vor allem als Vorgänger anderer Gottheiten, denn er war es, der alles Leben und alle Lebewesen erschaffen haben soll. Die indische Gottheit Brahma hat auf vielen Abbildungen 4 Köpfe und 4 Arme. Ähnlich wie in anderen Kulturen auch bezieht sich die Zahl vier auf die vier Himmelsrichtungen, also die ganze Welt. Doch sie bedeutet noch mehr, nämlich sowohl Gerechtigkeit als auch jene vier Elemente, welche die tiefe Natur des Menschen ausmachen. Im Hinduismus werden diese vier Elemente der menschlichen Natur als Ego, Bewusstsein, Intelligenz und Geist bezeichnet.

Brahma hält als Symbole dieser Elemente jeweils ein Symbol in seinen vier Händen: Einen Opferlöffel, einen Topf, die Veden (man muss Hindi lernen, um sie zu lesen) und einen Rosenkranz. Seine weiblicher Aspekt, die Shakti, ist Saraswati. Als Frau von Brahma, dem Schöpfer, ist sie die Göttin der Fruchtbarkeit, Kunst und Reinheit. Sie wird dargestellt, wie sie auf einer Lotusblume sitzt und in Weiß gekleidet ein Musikinstrument spielt.

Lakshmi ist die Göttin des Reichtums, des Glücks und der Schönheit. Sie geht mit Vishnu gemeinsam durch viele Inkarnationen.

Vishnu und Lakshmi

Vishnu ist ein Gott mit vielen bekannten Inkarnationen, auch Avataren genannt. Er ist der Inbegriff eines bewahrenden und beschützenden Gottes. Als Symbol des Friedens, der Ruhe und der Liebe zwischen den Lebewesen inkarniert er immer wieder in der Form von verschiedenen Avataren. Krishna ist ein besonders bekannter Avatar der Gottheit Vishnu, Rama eine andere. Weitere Avatare sind Kuma, der Schildkrötenmensch und Vamana, der Zwerg, der zum Riesen wird. Dies ist das Besondere an Vishnu – er kehrt immer und immer wieder, er kommt auf die Erde, um das Böse zu bekämpfen und die Harmonie wiederherzustellen. An seiner Seite, ebenfalls in vielen Gestalten – taucht früher oder später innerhalb der Inkarnation seine Shakti Lakshmi auf.

Lakshmi, die Göttin des Glücks und des Reichtums, Bhumi, die Göttin der Erde, Sita, die Gefährtin von Rama, sind einige der Namen seiner Ehefrauen. Sein weiblicher Aspekt, die Shakti, scheint aber Lakshmi zu sein. Sie ist die Göttin des Wohlstands, des Glücks, der Schönheit und des Reichtums. Diese indische Göttin hat eine besonders prunkvolle Gestalt. Umgeben von Juwelen, seidigen Gegenständen und Musikinstrumenten schwelgt sie im Überfluss. Die Göttin sitzt auf einer Lotusblume mit zwei Elefanten, die aus ihrem Rücken kommen. Das Tier der Göttin ist der prächtige Pfau. Auch Vishnu besitzt 4 Arme, welche im Fall dieser Gottheit die Sonnenscheibe, eine Keule, eine Muschel und eine Lotusblume enthalten. Garuda, der Vogelmensch, ist sein Reittier, das ihn trägt.

Shiva und Parvati

Shiva ist die indische Gottheit der Zerstörung und das heißt im Hinduismus nicht blinde Zerstörung von Leben, sondern eher Erneuerung. Was Shiva, meist zusammen mit Kali oder Durga als Shakti, zerstört, sind Blockaden, unfreiwillige Bindungen und Abhängigkeiten. Die Geschichten und Bilder von Shiva und Kali scheinen zunächst sehr gewalttätig zu sein. Gemeinsam, voran in der Regel die weibliche Gottheit, Kali, zerstören sie die Dämonen, welche Menschen und Götter das Leben zur Hölle machen. im Fall von Shiva scheint es so zu sein, dass seine Shakti in drei Gestalten bekannt ist, die liebliche Parvati, die kämpferische Durga und die kriegerische Kali. Auch Shiva hat ein Reittier, es ist ein schöner weißer Stier. Mit zwei bis 18 Armen sind die häufigsten Attribute der Gottheit Shiva ein Dreizack, die Schlange, eine Axt und die Antilope. Mit der Schlange als seinem Symbol, die auch auf fast allen Bildern und Skulpturen der Gottheit Shiva zu sehen ist, verbunden ist der als göttlich verehrte Lingam.

Statue des indischen Gottes Ganesha im heutigen Indien. Der kindliche Gott mti dem Kopf eines Elefanten gilt als der Sohn von Shiva und Parvati.
Statue des indischen Gottes Ganesha im heutigen Indien. Der kindliche Gott mti dem Kopf eines Elefanten gilt als der Sohn von Shiva und Parvati.

Zwei weitere wichtige indische Gottheiten

Wie gesagt, es gibt unzählige indische Gottheiten. Zwei der besonders wichtigen seien hier noch erwähnt: Ganesha und Krishna.

Ganesha

Ganesha, Sohn von Parvati und Shiva, ist der Gott der Intelligenz, Weisheit und Umsicht. Und er ist der Gott des Anfangs, ein Gott also, der die Vorhaben und Reisen der Menschen beschützt und begleitet. Es gewährleistet auch den Schutz des Hauses. Er ist sowohl Mensch als auch Tier und wird er von den Hindus sehr, ja ganz besonders sogar, verehrt. Ganesha sitzt auf einer Lotusblüte und hat einen Elefantenkopf (mit nur einem Stoßzahn), der mit einer Tiara gekrönt ist. Der kindliche Gott Ganesha hat 4 Hände, die eine Axt und eine Schlinge halten.

Krishna und Rada

Krishna ist einer von Vishnus Avataren. Der Name seiner Gefährtin ist Rama, ein Avatar der weiblichen Gottheit Lakshmi. Krishna liebt man in Indien besonders als Gott des Mitgefühls, des Wohlwollens und der Liebe. Er hat eine blaue Haut und spielt eine Flöte. Seinen Verführungskünsten können junge Mädchen einfach nicht widerstehen, was zunächst Anlass von Eifersucht seiner Gefährtin Rada nach sich zieht. Doch Rada ist lernfähig, sie begreift die Aufgabe, welche ihr Krishna in dieser Inkarnation übernommen hat und erkennt sich schließlich auch selbst als Avatar der großen Göttin Lakshmi.

Literaturquellen:

Bildquellen:

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