Weisheit der alten Ägypter - Hermes Trismegistos

Hermes TrismegistosCa 3000 Jahre konnte sich die Hochkultur im alten Ägypten ziemlich stabil halten.

Angesichts der Schnelllebigkeit der Zeit, in der wir gerade leben, kann man schon ins Staunen kommen, wie das möglich gewesen ist.

Einiges lässt sich vielleicht einfach aufzählen:

Die Menschen im Alten Ägypten glaubten nicht an die Götter, sondern sie praktizierten - Tag für Tag - ihr Bündnis mit den Göttern.

Magische Handlungen gehörten zum Alltag - besonders bekannt und insofern spektakulär für uns heutige: die Rituale zur täglichen Sonnenanrufung.

Heilige Öle und damit verbunden eine unglaublich hochentwickelte Heilkunst.

Pyramiden - das weltweit bekannteste Wunder, das die alten Ägypter vollbrachten - sie stehen noch heute, sind also zwischen 4000 und 5000 Jahre alt. Welches Bauwerk sonst hält so lange. Das macht, die Ägypter dachten und deshalb auch bauten für die Ewigkeit.

Einbalsamierungen der Toten - Hilfe für ihren Weg in den Westen.

Ein das ganze Leben und die ganze Kultur sich durchziehendes allgegenwärtiges Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits. Das eine ist nicht ohne das andere möglich und umgekehrt.

Das berühmte Totengericht - der Weg zum Totengericht zeigt, dass es für die Menschen im alten Ägypten nicht so sehr darauf ankam, ein tadelsfreies Leben geführt zu haben. Vielmehr bestand die Prüfung darin, sich selbst zu göttlichen (voll verantwortlichen) Wesen zu erheben und dieses neue Selbstbewusstsein in verschiedenen Situationen auf ihrem Weg zum Totengericht vor Osiris unter Beweis zu stellen.

Doch nicht nur die altägyptische Kultur selbst ist einzigartig in ihrer Konsequenz und Selbstverständlichkeit, mit der das Leben auf Erden als ein Teil des ewigen Lebens gestaltet wurde. Von Ägypten geht auch der größte und bis heute anhaltende Einfluss auf alle Hochkulturen des indo-europäischen Raumes aus. Der großer Inspirator dieser Einflusses hat einen Namen:

Hermes Trismegisthos und die sieben hermetischen Prinzipien

Das Kybalion von Hermes Trismegistos "Im alten Ägypten wohnten die großen Adepten und Meister, die seit den Tagen des Großen Hermes selten erreicht und niemals übertroffen wurden. In Ägypten wohnte die Große Loge der Logen der Mystik. Ihre Tempeltore wurden von den Neophyten betreten, die dann als Hierophanten, Adepten und Meister an alle vier Enden der Welt reisten und das kostbare Wissen mit sich trugen, das sie gerne an Würdige weitergeben wollten. Alle Schüler des Okkultismus anerkennen es, dass sie tief in der Schuld dieser ehrwürdigen Meister des alten Ägypten stehen.

Einmal aber weilte unter diesen großen Meistern des alten Ägypten einer, von dem sie als"dem Meister der Meister" sprachen. Dieser Mann - wenn er wirklich ein Mensch war - wohnte in den frühesten Zeiten in Ägypten. Er war als Hermes Trismegistus bekannt. Er war der Vater der okkulten Weisheit, der Begründer der Astrologie, der Entdecker der Alchimie. Die Einzelheiten seiner Lebensgeschichte sind während der langen Jahrtausende verloren gegangen.

Aber mehrere alte Länder stritten sich um die Ehre, sein Geburtsland zu sein und dies schon vor Tausenden von Jahren. Die Zeit seines Aufenthaltes in Ägypten - seiner letzten Inkarnation auf unserem Planeten - ist nicht bekannt, man verlegt sie aber in die Tage der ältesten Dynastien Ägyptens lange vor Moses Zeiten. Die größten Autoritäten sehen ihn als einen Zeitgenossen Abrahams an und manche jüdische Traditionen gehen so weit, zu behaupten, dass Abraham einen Teil seines mystischen Wissens von Hermes erhalten habe.

(aus "Das Kybalion")

Die in Anführungszeichen gesetzten Sätze sind durchgängig zitiert aus dem Kybalion.

1. Das Prinzip der Mentalität

"Das All ist Mind; das Universum ist mental."

"Es gibt kein deutsches Wort, das der Bedeutung des englischen Wortes "mind" ganz entsprechen würde. Darum wurde in der Übersetzung das englische Wort "mind" beibehalten. Das menschliche Mind ist das, was im Menschen denkt und fühlt. Unter dem Mind des All ist jener Aspekt des All zu verstehen, in dem das All denkt und fühlt. Mind ist das Substantiv vom Adjektiv mental, das auch im Deutschen gebräuchlich ist."

Daraus folgt: Alles Materielle ist vom Geist geschaffen, was hier dasselbe meint wie "Mind". Und das hat weitreichende Konsequenzen. Namentliche praktische, denn: Auch Du erschaffst alles was Du tust, sodass Du es sodann von außen sehen kannst, zuvor in deinen Gedanken und Gefühlen.

Und daraus folgt, dass Du eine ganze Menge Verantwortung und Einfluss auf das hast, was Dir scheinbar von außen begegnet. Je integrierter, was meint frei von Selbstwidersprüchen, Du geworden bist, desto mehr kannst Du diese Verantwortung für dein Leben bewusst und freudig übernehmen.

2. Das Gesetz der Entsprechung

Jan Assmann über die Göttin Ma'at"Wie oben, so unten; wie unten, so oben."

"Dieses Prinzip kann allgemein angewendet werden, es offenbart sich überall auf den verschiedenen Plänen des materiellen, des mentalen und des spirituellen Universums, es ist ein universales Gesetz. Die alten Hermetiker betrachteten es als eines der wichtigsten mentalen Mittel, durch welche der Mensch die Hindernisse beseitigen kann, die das Unbekannte seinen Blicken verbergen."

Für die alten Ägypter war das Prinzip der Entsprechung selbstverständlich und gegenwärtig. So war zum Beispiel die Sonne nicht ein Symbol für das göttlich allgegenwärtige und fortwährende Schaffen, sondern sie war es selbst.

Was nicht hieß, dass es nicht auch Ra und Aton oder auch Kephra, den heiligen Käfer, der die Sonne des Nachts durch die Unterwelt trug, gegeben hätte. Auch sie galten, ebenso wie die Sonne - als göttlich.  Verbunden miteinander durch Ähnlichkeit - entweder der Farbe, Form, des Klangs oder typischer Gewohnheiten (wie bei Kephra, der im Dunklen leuchtet.)

Genau auf diesem Prinzip im Speziellen beruht auch die Macht des kabbalistischen Baums des Lebens. Farben, Planeten, aber auch Buchstaben und Zahlen sind so in der Struktur der Baums des Lebens angeordnet, dass sich zum Beispiel jedes Ereignis, das dem Fragenden wichtig ist, durch den Zusammenhang mit anderen Ereignissen, entschlüsseln lässt. Und der Zweck solcher Befragung ist praktische Handlungs- oder Entscheidungshilfe.

3. Das Gesetz der Schwingung

"Nichts ruht; alles bewegt sich; alles schwingt."

Jan Assmann über Tod und JenseitsEin Prinzip, das mit Newton absurd schien, doch hat sich die (moderne) Physik schon wenige Jahrhunderte später - ziemlich genau vor einem Jahrhundert inzwischen - selbst korrigiert. Sodass man heute - allgemein - weiß, dass es auf der Quantenebene keine festen, eindeutig berechenbaren Strukturen gibt.

Daraus folgt, dass man selbst bei scheinbar toten oder rein technischen Gegenständen sozusagen nur genau genug hinsehen muss (mit Quantenmiskroskop z.B.). Und schon sieht man: Alles lebt und das wiederum bedeutet: Entscheidet was seine Existenz betrifft, selbst. Von Augenblick zu Augenblick.

4. Das Gesetz der Polarität

"Alles ist zweifach, alles hat zwei Pole; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur im Grad verschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nur Halb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebraucht wenden."

"... es ist möglich, die Schwingungen des Hasses in die Schwingungen der Liebe umzuwandeln und zwar bei sich selbst wie auch bei anderen. Viele von euch, die diese Zeilen lesen, haben persönliche Erfahrungen in dem unwillkürlichen, raschen Übergang von Liebe zu Hass und umgekehrt, bei sich selbst und bei anderen.

Ihr werdet daher die Möglichkeit dieses Überganges mit Hilfe des Willens, durch Anwendung der hermetischen Formeln, verstehen. "Gut und Böse" sind auch nur die Pole desselben Dinges, und der Hermetiker beherrscht die Kunst, Böses in Gutes umzuwandeln durch die Anwendung des Prinzips der Polarität."

Was Paradoxa anbetrifft (scheinbar unauflösbare Selbstwidersprüche) hat für mich herausragend Niklas Luhmann dazu höchst Hilfreiches in seinen Vorlesungen Einführung in die Systemtheorie gesagt.

Kurz gefasst: Paradoxien entstehen nur dann, wenn ein Beobachter sich seiner Denkvoraussetzungen nicht bewusst ist. Sprich: Sein Denken, ohne sich darüber klar zu sein, in Axiomen (Das gilt auf jeden Fall!) gefangen hält.

Schön Schritt für Schritt zeigt Michael D.Eschner, was zu tun ist, wenn man sich ein (meist höchst unangenehmes) Paradox eingehandelt hat.

Kurz gefasst: 1. Die eigene Beobachtung beobachten und diszipliniert auseinander sortieren. 2. Ergebnis-offene Gespräche führen.

5. Das Prinzip des Rhythmus

"Alles fließt; aus und ein; alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus."

"Und so ist es mit allen Welten; sie werden geboren, wachsen und sterben, nur um wieder geboren zu werden; sie schwingen von Aktion zu Reaktion; von der Geburt zum Tod; von Tätigkeit zu Untätigkeit und dann wieder zurück. So ist es mit allen lebenden Dingen; sie werden geboren,
wachsen und sterben - und werden dann wieder geboren. So ist es mit allen großen Bewegungen, Philosophien, Glaubensbekenntnissen, Sitten und Bräuchen, Regierungen, Nationen und allem anderen - Geburt, Wachstum, Reife, Verfall, Tod - und dann neue Geburt. Der Schwung des Pendels ist in allem offenbar."

Noch ein paar ergänzende Beispiele: Allgegenwärtig für jeden ist vor allem der eigene Atem, der unaufhörliche Wechsel von Einatmen & Ausatmen, von Schlafen & Wachen, Frage & Antwort, Spielzug & Spielzug. Und jedermann tut gut daran, diese Rhythmen der eigenen Existenz nicht zu ignorieren, sondern sie sorgfältig zu beobachten. So lernt er - an sich selbst - wie Leben "funktioniert", was besonders für Menschen, die sich weigern, sich mit so etwas wie Sterblichkeit abzufinden, ziemlich nützlich ist ;)

6. Das Gesetz von Ursache und Wirkung

"Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur ein Name für ein unerkanntes Gesetz, es gibt viele Pläne von Ursachen, aber nichts entgeht dem Gesetz."

Nun das klingt nach der Allmacht des uns wohlbekannten Kausalitätsprinzips, nachdem sich für jedes Ereignis eine Ursache ausmachen lassen müsste. Aber das ist hier nicht gemeint. Es geht nicht um eine bestimmte Ursache, sondern darum, dass jedes Ereignis mit jedem anderen - über die Wirkung die jedes Ereignis - verbunden ist. Sprich: Es geht um Ereignisketten oder noch besser Netzen aus Ereignisketten.

Das wird auch im Würfelbeispiel im Kybalion selbst deutlich:

"Das Wort Zufall ist abgeleitet von "fallen" (das Fallen der Würfel); dabei ist die Vorstellung maßgebend, dass das Fallen der Würfel (und viele andere Ereignisse) nur zufällige Ereignisse ohne irgendeine Ursache seien. Und in diesem Sinne wird der Ausdruck Zufall im allgemeinen angewendet.

Wenn man die Sache aber näher untersucht, wird man sehen, dass auch beim Fallen der Würfel durchaus kein Zufall im Spiel ist. Jedesmal wenn ein Würfel fällt, und eine gewisse Punktzahl zeigt, gehorcht er einem Gesetz, das ebenso unfehlbar ist, wie das Gesetz, welches die Bewegung der Planeten um die Sonne beherrscht.

Hinter dem Fallen des Würfels stehen Ursachen, oder Ketten von Ursachen, die weiter zurückgehen, als das Mind folgen kann. Die Lage des Würfels im Würfelbecher; die für den Wurf aufgewendete Menge von Muskelkraft; die Beschaffenheit des Tisches usw. usw., all dies sind Ursachen, deren Wirkung man sehen kann. Aber hinter diesen ersichtlichen Ursachen stehen Ketten von unsichtbaren, vorhergehenden Ursachen, welche alle einen Einfluss haben auf die Punktzahl, die geworfen wurde."

7. Das Prinzip des Geschlechts

"Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Plänen."

"Das Prinzip wirkt immer in der Richtung von Zeugung, Neubildung und Schöpfung. Alle Dinge, alle Personen enthalten in sich die zwei Elemente oder Prinzipien, d. h. dieses große Prinzip. Jedes männliche Wesen enthält auch das weibliche Element; jedes weibliche Wesen enthält auch das männliche Prinzip. Wenn ihr die Philosophie der mentalen und geistigen Schöpfung, Zeugung und Neubildung verstehen wollt, dann müsst ihr dieses hermetische Prinzip verstehen und studieren. Es enthält die Lösung vieler Rätsel des Lebens."

"Die Aufgabe des männlichen Prinzips scheint darin zu liegen, eine gewisse angebotene Energie auf das weibliche Prinzip zu richten und so den
Schöpfungsvorgang in Tätigkeit zu setzen. Das weibliche Prinzip ist aber immer dasjenige, welches das aktive schöpferische Werk vollbringt; und so ist es auf allen Plänen."

Biologisch gesehen zeigt sich das Prinzip des Geschlechts als Sexualität und Fortpflanzung. Zeugen & Gebären, Inspirieren & Empfangen. Das eine wäre unmöglich ohne das andere. 

Auf die eigene Psyche bezogen zeigt sich das Prinzip des Geschlechts als ständiges Zusammenspiel aller Gedanken, Ideen, Erinnerungen, die ich je hatte, ohne dass sie miteinander verbundenen wären - das bewahrende weibliche Prinzip und bestimmten Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen, die mich gerade jetzt ganz besonders oder gar ausschließlich beschäftigen - so als gäbe es keine anderen - das männliche Prinzip der ständig neu entstehenden und sich wieder auflösenden Formen. 

Auf Gesellschaft oder auch konkreten Familie / Gemeinschaft bezogen lässt sich das Prinzip des Geschlechts noch deutlicher - nämlich an der Verwendung einer Sprache - zum Beispiel der Muttersprache zeigen. Jede natürliche Sprache (alle Sprachen, die Menschen als Muttersprachen verstraut sind - also im Gegensatz zu technischen oder Programmiersprachen) werden nicht erfunden von jemanden, sondern haben sich über Jahrhunderte durch den Gebrauch bestimmter Wörter und grammatischer Regeln zu einem Medium entwickelt.

Die Elemente dieses Mediums (Buchstaben, Wörter) sind miteinander nur lose gekoppelt, sodass sie sich zu unendlich vielen verschiedenen Sätzen formen lassen. Formen, die insbesondere in der mündlichen Rede sogleich vergehen, sobald sie ausgeprochen sind. Es wird schon der nächste Satz gesagt. Das Medium aber - die Sprache als Ganzes - ist relativ stabil und wandelt sich langsam und kaum kontrollierbar durch das Bilden der vergänglichen Formen. 

Prinzipien anwenden! - das wichtigste Axiom des Kybalion

  • "Der Besitz von Wissen, wenn er nicht tätig zu Ausdruck und Handlung kommt, ist gleich dem Aufhäufen kostbarer Metalle - ein nutzloses und törichtes Ding. Wissen ist wie Reichtum dazu bestimmt, gebraucht zu werden. Dieses Gesetz der Anwendung ist universal, und derjenige, der es verletzt, leidet durch seinen Konflikt mit den Naturkräften." (Kybalion)

Die meisten der sieben Prinzipien des Kybalion sind heute nicht allgemein, aber doch bei spirituellen Suchern aller Religionen und Gemeinschaften oder allgemein esoterisch Interessierten mehr oder weniger als gültig anerkannt.

Ausgenommen vielleicht des ersten Prinzips - das würde zumindest Otto Normalverbraucher ziemlich überlasten, sollte er es auch nur ansatzweise als gültig für sich anerkennen.

Doch schaut man sich alle sieben Prinzipien an, so ergeben sie nur Sinn im Zusammenspiel aller sieben Prinzipien. Ansonsten würde zumindest für mich das Ganze eher wie Wunschdenken oder auswendig zu lernende Formeln wirken.

Und Anerkennen meint, nicht etwa zustimmend nicken und dann weitermachen wie zuvor, sondern herausfinden, was zu tun ist, um diese sieben Prinzipien anzuwenden, anzuwenden in seinem täglichen Leben, anzuwenden in allem was man tut oder lässt, denkt, fühlt. Spiritualität ist und war noch nie als Freizeitbeschäftigung zu haben.

Es gibt Mittel und Mittel: Heilige Öle und Hand Kopf Herz

Anwenden also - aber wie? Auch hier können wir ins alte Ägypten schauen - die alten Ägypter waren bei aller Größe und Tiefe ihrer Ideen eben auch unglaublich findige Praktiker. Ich will das an drei Beispielen deutlich machen:

  • Ausgewogene Entwicklung der Persönlichkeit braucht alle Bereiche - Kopf - Herz - HandHeilige Öle aus Moschus, Lotus, Sandelholz, Hanföle, Jasmin und Rose - jedes mit einer eigenen Schwingung. Das Erfahrungswissen in wohl allen alten Kulturen - vor den großen monotheistischen Religionen kannte sehr feine Unterschiede, wie welches Öl und welcher Duft auf die Gestimmtheit des Menschen wirkt. Diese heiligen Öle wurden auch in den drei alten Reichen Ägyptens zielgerichtet eingesetzt, um die eigene oder auch gemeinschaftliche Stimmung im gewünschten Sinne zu erzeugen. Was ganz besonders für die täglichen Rituale der alten Ägyper wichtig war. Ausgrabungen zeigen, dass die Ägypter sogenannte Öl-Opferplättchen aus Elfenbein für diesen Zweck einsetzten.
  • Schaut man sich alt ägyptische Papyrus-rollen an oder studiert überlieferte Texte aus dem alten Ägypten, so wird einem schnell deutlich, dass die Ägypter eine sehr sinnenfreudige Kultur entwickelten. Musik, Tanz, ausgiebigste Feste, Trunkenheit, Künste und Gelage. Sie verehrten ihre Götter nicht andächtig gläubig - sondern sinnlich praktisch.
  • Das Zusammenspiel mit den Göttern wollte mit den Händen angewandt werden, mit dem Kopf verstanden und im Herz gelebt werden. Hand Kopf Herz. Ein Einsicht in das was einen gesunden lebensfähigen Menschen ebenso wie eine lebendige Gesellschaft / Gemeinschaft ausmacht, die für die alten Ägypter selbstverständlich war. Verankert war das Zusammenspiel von Hand - Kopf und Herz in den in den Geboten der Ma'at: Aufeinander hören, zueinander sprechen, füreinander handeln: Die Hand dient dem Kopf, der Kopf dient dem Herz, doch das Herz hört auf den Kopf und dieser auf die Hand. Diese Einsicht wurde viele Jahrtausende so gut wie vergessen und erst im 18. Jahrhundert durch den berühmten Pädagogen Pestalozzi wieder entdeckt. Explizit angewendet wird das Hand-Kopf-Herz Prinzip heute in Waldorfschulen und durch der Thelema-Society.

Bildquellen:

© wikipedia.de (Hermes Trismegisthos und Kybalion)
© amazon.de (Assmann-Bücher)
© willuhn-illustration.de (Kopf-Herz-Hand)

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